„Olé, olé, olé, olé - wir war’n die Champions”. Lange ist es her. Jetzt sind wir ausgeschieden. In der Vorrunde. Gegen Südkorea. Wie peinlich. Eine Blamage. Woran es gelegen hat, vermochte von den Verantwortlichen bis Redaktionsschluss niemand zu sagen. Diesen Part übernahmen die Fans auf Baustellen, in Büros und zu Hause nur zu gerne. „Vollpfosten, Penner, so ein Mist” lauteten die Kommentare am Morgen nach dem verheerenden Spiel. Dass die Begrifflichkeiten verhältnismäßig milde gewählt wurden, lag daran, dass sich alle über Nacht schon etwas beruhigen konnten. Am Spielabend hätten keine Kinder in der Nähe sein dürfen. Für die Männer auf Arbeit - allesamt die absoluten Fußballkenner - ist klar, dass jetzt etwas passieren muss. Und das schafft nur Kloppo, meinen sie. Weil der aber aus Liverpool nicht mehr wegzudenken ist, wären sie bereit, selbst den neuen Bundestrainer zu geben. Natürlich nur, wenn das Geld stimmt und der Vertrag nicht an eine besondere Frisur gebunden ist. Fleißig wurden die ersten Arbeitsstunden am Donnerstag genutzt, um geeignete Co-Trainer zu akquirieren. Die meisten Frauen im Büro hörten gar nicht hin. Sie waren recht froh, dass der Spuk nun hoffentlich langsam sein Ende finden wird. Nun könnte wieder Normalität einkehren, in dem die Familie mal in Gänze am Abendbrottisch sitzt. Jetzt wächst die Wahrscheinlichkeit, dass die Kiddies nicht mehr Fußballgucken als Hausaufgabe auf kriegen. Und Geld spart die Misere von Kasan auch noch, denn das am Mittwoch gekaufte Deutschland-T-Shirt konnte am Donnerstag (fast) ungetragen zurück in den Laden gebracht werden. Wieder 30 Euro mehr im Portemonnaie.