Zu den komischsten Erlebnissen bei jeder Rückkehr aus dem Ausland gehört die erste Fahrt mit der Deutschen Bahn. Von Schönefeld nach Berlin lief noch alles glatt. Am Ostkreuz fuhr uns der Zug nach Frankfurt vor der Nase weg. Also eine Stunde herumstehen und Säufern beim Grölen zuhören. Zu essen oder zu trinken gab es nichts, weil kein Geldautomat zu finden war und die Läden keine Karten akzeptierten. Endlich kam der Regionalexpress. Das erste Klo außer Betrieb, das zweite verstopft, beim dritten Luft anhalten und eigenes Papier mitbringen. Dafür funktionierte die Klimaanlage. In kühlen Nächten scheint die immer auf Hochtouren zu laufen. An heißen Sommertagen wird mitunter die Heizung eingeschaltet, wie es eine Freundin dieses Jahr im Zug nach Hamburg erlebte. Immerhin bin ich dankbar für jeden Zug, der nicht wegen mysteriöser Baustellen ausfällt. Selbst eine Bahnfahrt unter Dritte-Welt-Bedingungen ist einer Bustour märkischer Landstraßen vorzuziehen. Bahnchef Richard Lutz schrieb jetzt einen Brief an seine Führungskräfte. Ob der Schrieb mit dem Zug zugestellt wurde, ist nicht bekannt. Jedenfalls fordert der Boss der Bahn darin geringere Ausgaben. Sein eigenes Festgehalt von 900.000 Euro im Jahr zählt er vermutlich nicht dazu. Aber er könnte viel sparen, wenn er aufhört, in anderen Ländern Betriebe aufzukaufen und sich mit Fernbussen und Lastwagen selbst Konkurrenz zu machen. Wunschträume von Börsengängen als global agierender Konzern lenken nur von der Aufgabe des Betriebs ab: Uns zuverlässig, bezahlbar und einigermaßen komfortabel von einem Ort zum anderen zu bringen. Warum glaubt ein staatseigener subventionierter Dienstleister überhaupt, Gewinn abschmeißen zu müssen?