Von Visionen, die gebraucht werden, wird zu Jahresbeginn gern gesprochen. Laut Definition im Internet ist eine Vision „eine in der Zukunft angesiedelte Vorstellung eines bestimmten Zustandes”. Aber reicht es heutzutage aus, von solchen Zukunftsträumen zu reden? Oder wird damit nur die halbe Welt verrückt gemacht? Kann es nicht leicht passieren, dass Menschen enttäuscht werden, weil sich Entscheidungsträger im Juni nicht mehr an ihre Träume vom Januar erinnern können? Ich finde, diese visionären Ansprachen sollten ersetzt werden durch den Aufruf zu Taten. Miteinander und mit persönlichem Einsatz ein Ziel zu verfolgen und es im besten Fall zu erreichen, ist hundertmal effektiver, als darüber nachzudenken, ob es möglich ist. Und wenn auch nicht alles so eintritt, wie es geplant war, ist ein Bruchteil auch schon ein Erfolg. Wer erst lange Reden schwingt, Geld für Konzepte ausgibt und sich selbst überschätzt, hat schon verloren, bevor es richtig los geht. Die Mitglieder der vier Frankfurter Serviceclubs haben während ihres Neujahrsempfangs gezeigt, wie ein Vorhaben auch ohne viele Erklärungen gelingen kann. Sie hatten ansprechend verkleidete junge Menschen durch die Gänge vom Kleist Forum geschickt, um Geld für ein ganz konkretes soziales Projekt einzuwerben. Und siehe da - sie hatten Erfolg. Die Besucherinnen und Besucher ließen sich den kleinen Button, der ihre Spendenbereitschaft dokumentierte, was kosten. Schönmalerei war überhaupt nicht notwendig. Und später können die Spenderinnen und Spender sagen, dass auch sie ihren Teil zum schönen neuen Spielplatz auf dem Ziegenwerder beigetragen haben. Ein schönes Gefühl.