Führungskräfte haben es echt nicht leicht. Der Enthusiasmus, mit dem sie sich einer Aufgabe stellen, muss leider oft viel zu schnell der Realität weichen. Immer wieder gibt es Faktoren, die anfangs nicht einkalkuliert werden. Häufig ist es die mangelnde Zeit, ein anderes Mal das Finanzielle und oft auch das Zwischenmenschliche. Ganz bitter wird es aber, wenn eingefahrene Strukturen Grund des Scheiterns sind. Daran haben derzeit die Ministerpräsidenten in Sachsen und leider auch im Land Brandenburg zu knabbern. Ministerpräsident Dr. Dietmar musste in den vergangenen Wochen viel Kritik einstecken, weil er sich hinter Gesundheitsministerin Diana Golze gestellt hat. Dabei ist es doch genau das, was Arbeitnehmer von ihrem Chef erwarten. Ich will den Skandal um die gestohlenen Arzneimittel gar nicht schön reden. In meinen Augen war es richtig, dass Diana Golze mit ihrem Rücktritt Konsequenzen aus den Mängeln in ihrem Ministerium gezogen hat. Nur kam das viel zu spät. Und damit sind wir bei einem weiteren Grund, der das Leiten von Projekten und das Führen von Mitarbeitern so schwierig macht: Die persönlichen Befindlichkeiten der Menschen. Zur Arbeit zu gehen und dafür Geld zu bekommen, reicht heutzutage nicht mehr aus. Wer sich für einen Job entscheidet, muss ihn auch machen. Mit allem, was dazu gehört. Das sollte vor allem viel Herzblut sein. Denn Vorhaben können auf dem Papier noch so schön formuliert sein. Wenn aber die Menschen, die mit deren Umsetzung betraut werden, nicht voll dahinter stellen, ist es für beide Seiten besser die Reißleine zu ziehen und sich neu zu orientieren.