Die Badesaison ist eröffnet. Zeit, um am Wochenende oder an einem freien Tag in das nächstgelegene Gewässer zu springen. Das Wasser ist zwar noch etwas kalt, aber das dürfte sich bald ändern. Leider bestehen noch weitere Hindernisse auf dem Weg zu vielen Seen unserer Gegend. Die wenigsten von ihnen sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Badelustige brauchen ein Auto oder müssen geübte Radler sein, die keine Angst haben, auf verkehrsreichen Straßen zu fahren. Müllrose hat zumindest einen Bahnhof, auch wenn der einen guten Fußmarsch vom See entfernt liegt. Der Zug dorthin hält beim Helenesee, allerdings mitten im Wald. Von dort aus führt ein nicht ausgeschilderter Wanderweg zur Landstraße. Auf der Fahrbahn letzterer geht der Spaziergang weiter, an einem knapp drei Meter hohen Stahlzaun entlang, der mit Verbotsschildern geschmückt ist und verhindert, dass irgendjemand auf die Idee kommt, ohne Erlaubnis zu baden. Denn an den Strand darf nur, wer am bewachten Haupteingang dafür bezahlt. Ganz recht, bei uns kosten manche Seen Eintritt. Das mag Auswärtigen lächerlich vorkommen, viele Preußen finden es ganz normal. Wo kämen wir schließlich hin, wenn die Leute wie im Rest der Welt unkontrolliert und gratis herumschwimmen könnten? Dann kämen ja noch mehr Urlauber, um ihr Geld in unseren Bars, Gaststätten und Unterkünften auszugeben. Vom Eingang des Helenesees fahren Busse zurück nach Frankfurt. Die sind aber nur für Menschen mit starken Ellenbogen, denn es ist selten für die Hälfte der wartenden Menge Platz. Zusätzliche Busse werden nie eingesetzt. Manchmal ist es erholsamer, in der Oder zu baden.