Eisenhüttenstadt (hn). Im „offis am Dienstag“ informierten die Koordinatorinnen für den ambulanten Hospiz- und Kinderhospizdienst der Johanniter Gladys und Eileen Samol über das Wirken ihrer Einrichtung zur Unterstützung Sterbender und ihrer Familien.

„Für jeden ist das Thema Sterben, Tod und Trauer unterschiedlich nah“, erklärte Gladys Samol, „und in der Regel fangen eher ältere Menschen an, sich damit zu beschäftigen als junge“. Die ambulanten Hospizdienste haben sich seit dem vergangenen Jahr nicht nur in Eisenhüttenstadt, sondern im gesamten Landkreis Oder-Spree etabliert. Deren ehrenamtlich arbeitenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bemühen sich, Menschen, die am Lebensende stehen und ihren Angehörigen, auf Wunsch eine Hilfestellung zu geben. Diese Hilfe ist sehr vielseitig. Sie reicht vom einfachen schweigenden Dasein bis hin zu letzten Unternehmungen, sei es, noch einmal an einen bestimmten Ort zu kommen oder einen Baum zu pflanzen.
Am Lebensende gibt es auch Fragen, die Angehörige nicht beantworten können oder wollen, und es ist bedauerlich, dass das Thema Sterben so ganz aus dem täglichen Leben ausgeklammert und an Krankenhäuser oder Pflegeheime delegiert ist. „Die Menschen haben es einfach verlernt, mit Sterben und Tod umzugehen“, so Gladys Samol, „und hier beginnt unsere Hilfe. Sterbebegleitung hat das Ziel, die Lebensqualität weitgehend zu erhalten“. Dazu gehören eine wirksame Schmerztherapie, spirituelle Begleitung und die Sicherung sozialer Bedürfnisse. Um auch den Angehörigen eine Anleitung zu geben, stellten die Mitarbeiterinnen ein Begleitbuch für die Zeit des Sterbens und die Zeit der Trauer zusammen, das für 14,99 Euro erhältlich ist.
In seiner Arbeit ist der Hospizdienst auf viele Helferinnen und Helfer angewiesen. Gibt es genügend Frauen, die sich dieser Tätigkeit widmen oder es wollen, fehlt es an Männern, denn auch bei Sterbenden gibt es Männerthemen, die nur schwerlich mit Frauen erörtert werden können. „Am 23. September beginnt bei uns wieder ein Kurs, in dem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für den ambulanten Hospiz- und Kinderhospizdienst ausgebildet werden“, wirbt Gladys Samol. Während der 120-stündigen Ausbildung erfahren die Interessenten, welche Aufgaben sie erwarten und werden intensiv darauf vorbereitet. Zum Abschluss des Lehrgangs erhalten alle Teilnehmer einen Befähigungsnachweis für ihre neue Tätigkeit, die sie dann je nach Zeitbudget ausüben können.