Lebus (gla). Der Info-Punkt im Kulturhaus bekam neue Ausstellungsstücke geschenkt.

Im April dieses Jahres wurde im Mühlental an den Adonishängen ein Gedenkstein für das Volkssturm-Bataillon 7/108 Franken aufgestellt. Das fränkische Bataillon sollte im April 1945 den Vormarsch der Roten Armee aufhalten. Gestiftet hatte das Denkmal die Familie von Wessel Freiherr von Freytag-Loringhoven, der in dem Bataillon als Adjutant diente und seine Erinnerungen später in dem Buch „Das letzte Aufgebot des Teufels“ festhielt.
Zirka drei Wochen, nachdem mehrere Zeitungen über den neuen Gedenkstein berichtet hatten, meldete sich Rudolf Weigel aus Leipzig bei Jürgen Gollmick, einem Freund der Familie von Freytag-Loringhoven. Weigel besaß noch alle Feldpostbriefe und -postkarten seines Vaters Rudolf Albin Weigel, der in dem Volkssturmbataillon bei Lebus unter anderem als Fahrer des Kommandanten und seines Adjutanten von Freytag-Loringhoven gedient hatte. Rudolf Weigel erklärte sich bereit, die Originaldokumente dem Amt Lebus zu schenken. Zusätzlich überließ er dem Amt die von ihm mit der Maschine abgeschriebenen Kriegstagebuchnotizen seines Vaters vom 25. Januar bis 9. Mai 1945.
Der 84-jährige Rudolf Weigel „freut sich, dass die Unterlagen jetzt nicht nur in guten Händen, sondern auch an der richtigen Stelle sind“, richtete Jürgen Gollmick aus. Gollmick überreichte die Dokumente und die Schenkungsurkunde stellvertretend für Rudolf Weigel dem Lebuser Amtsdirektor Heiko Friedemann im Info-Punkt.
Heiko Friedemann unterzeichnete den Vertrag und bedankte sich im Namen des Amtes. „Geschichte lässt sich am besten an Einzelschicksalen nachempfinden“, sagte der Lebuser. Bedingung für die Schenkung war, dass die Dokumente öffentlich im Info-Punkt, der sich im Kulturhaus Lebus befindet, ausgestellt werden. Sie können dort ab jetzt in einer durch Spenden finanzierten Vitrine besichtigt werden.
„Für den Fall einer zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorhersehbaren Schließung des Infopunktes Lebus beziehungsweise einer Auflösung des Amtes Lebus, verpflichtet sich dieses die Schenkungsgegenstände plus Inventarverzeichnis rechtzeitig weiterzugeben an: Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge“, heißt es in dem Schenkungsvertrag.