Ostbrandenburg (eb/geh). Mittwoch, der 31. Oktober 2018 ist in Brandenburg ein gesetzlicher Feiertag, in Berlin hingegen nicht. Ob Brandenburger Unternehmer ihre Mitarbeiter am Reformationstag in Berlin einsetzen können, weiß Antje Gollnisch, Referentin Recht und Steuern bei der Industrie-und Handelskammer Ostbrandenburg.

Ein Brandenburger Betrieb unterhält zum Beispiel eine Baustelle in Berlin. Müssen die Arbeitnehmer auch am 31. Oktober dort arbeiten?
„Ja, das kann der Chef verlangen. Ist am Arbeitsort kein gesetzlicher Feiertag, darf dort auch gearbeitet werden. Dass am Firmensitz Feiertag ist, spielt keine Rolle. Unzulässig wäre es jedoch, den Arbeitnehmer, der üblicherweise in Brandenburg arbeitet, nur für einen einzigen Arbeitstag in Berlin einzusetzen.“

Wie verhält es sich im umgekehrten Fall: Können die Mitarbeiter eines Berliner Unternehmens am Reformationstag in Brandenburg arbeiten?
„Zwar ist in Berlin an diesem Tag kein Feiertag, jedoch ist in einem solchen Fall grundsätzlich der Arbeitsort und nicht der Firmensitz entscheidend. In Brandenburg darf am 31. Oktober nur in Ausnahmefällen gearbeitet werden. Diese werden in Paragraph 10 des Arbeitszeitgesetzes definiert, Krankenhäuser oder Gaststätten gehören beispielsweise dazu. Der Berliner Unternehmer darf somit seine Mitarbeiter an diesem Tag nicht auf der Brandenburger Baustelle einsetzen.“

Wer zahlt für die durch den Feiertag ausgefallene Arbeitszeit?
„Nach Paragraph 2 Entgeltfortzahlungsgesetz muss der Arbeitgeber das Arbeitsentgelt zahlen, welches der Arbeitnehmer ohne den Arbeitsausfall erhalten hätte.”