Frankfurt/Oder (gla). Gegenüber dem Vormonat stieg die Arbeitslosigkeit im Januar moderat an.

Im Vergleich zum Januar 2018 sank die Arbeitslosenquote in Ostbrandenburg allerdings. „Der Arbeitsmarkt ist gut in das neue Jahr gestartet“, sagt Jochem Freyer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Frankfurt (Oder). „Eine Konjunkturdelle oder schlimmeres lässt sich aus den aktuellen Arbeitsmarktzahlen nicht erkennen.“ 2.578 Menschen waren im Januar 2019 arbeitslos in Frankfurt (Oder). 747 werden von der Arbeitsagentur betreut, 1.831 vom Jobcenter. Die Arbeitslosenquote lag bei 8,7 Prozent. 661 offene Stellen sind zurzeit gemeldet.
Saisonbedingt kommen viele der neu arbeitslos Gemeldeten aus dem Baugewerbe, der Gastronomie und den grünen Berufen, die „in dieser Jahreszeit keine Arbeit haben und üblicherweise freigesetzt werden“, erklärt Freyer und kritisiert diese Praxis gewisser Unternehmen. „Arbeitslosengeld ist ja nicht zum Überwintern erfunden worden“, erinnert der Agenturchef und warnt: „Es ist ein Risiko, einen Mitarbeiter aus Saisongründen freizusetzen.“
Der Geschäftsführer des Frankfurter Jobcenters Frank Mahlkow freut sich über den ersten Erfolg des neuen Teilhabechancengesetzes: „Im Februar kann der erste Arbeitnehmer, der schon sehr lange arbeitslos ist, seine neue Stelle antreten.“ Der vermittelte Mann übernimmt Hausmeistertätigkeiten beim Internationalen Bund.
Nach wie vor ist es schwer, passende Leute für Pflegeberufe zu finden. „Wir brauchen in Frankfurt (Oder) eine Ausbildungsstätte für derartige Arbeitskräfte“, findet Mahlkow. Ein weiteres Hindernis sieht er darin, dass von Arbeitern aus anderen EU-Ländern deutsch auf B2-Niveau verlangt wird, während zum Beispiel bei Flüchtlingen B1 ausreicht.