Oder-Spree (gla). Der regionale Arbeitsmarkt verliert etwas an Dynamik. 

„Der Arbeitsmarkt im Mai hatte schon zwei bemerkenswerte Entwicklungen“, sagte Jochem Freyer, Chef der Agentur für Arbeit Frankfurt (Oder) bei der monatlichen Pressekonferenz. Erstmals liegt die Arbeitslosenquote für den gesamten Raum Ostbrandenburg bei unter 6 Prozent, und erstmals fiel die Arbeitslosigkeit nur wenig. „Das resultiert nicht aus Entlassungen“, versichert Freyer, sondern es wurden 28,5 Prozent weniger Leute eingestellt. „Eine sehr niedrige Dynamik.“ Offensichtlich haben die späte Osterpause und die Diskussionen um eine Abkühlung der Konjunktur zu einer verhaltenen Einstellungspraxis geführt. Die Unternehmen der Region seien ausgelastet und stabil, bis auf ArcelorMittal in Eisenhüttenstadt, wo nach Informationen der Firma mit Kurzarbeit zu rechnen ist. „Aber eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, und ein schwächerer Monat noch keine Trendwende“, so Freyer. „Nach den Sommerferien sehen wir klarer.“ Alles in allem sei der Arbeitsmarkt weiterhin auf einem sehr guten Niveau.
Im Landkreis Oder-Spree waren im Mai 5.487 Arbeitslose gemeldet, 149 weniger als im Vormonat. Das entspricht einer Quote von 5,8 Prozent. Dem gegenüber stehen 1.280 offene Stellen. Davon gingen im Mai 222 neue Stellen ein.
Rudolf Lange, Bereichsleiter der Agentur für Arbeit appelliert an junge Leute, sich vor den Sommerferien um Lehrstellen zu bewerben, und an Unternehmen, mehr Ausbildungsplätze anzubieten. „Wir haben derzeit noch ungefähr 1.200 unversorgte Jugendliche in unserem System erfasst.“ Gesucht werden vor allem Lehrstellen für Kraftfahrzeugmechatroniker und Tischler.