Eisenhüttenstadt (eb/geh). ArcelorMittal Europe - Flat Products stärkt die Standorte in Deutschland: Ab Mai werden die beiden Flachstahlwerke in Bremen und Eisenhüttenstadt vom selben CEO geleitet.

„Mit dieser Entscheidung werden die beiden Standorte näher zusammengeführt. Damit verfolgen wir weiter unsere Strategie, die Standorte zu stärken sowie Zuverlässigkeit, Qualität und Service kontinuierlich zu verbessern. Außerdem werden die Werke so für die Zukunft gerüstet, um den enormen wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Herausforderungen gerecht zu werden“, erklärt Geert Van Poelvoorde, CEO von ArcelorMittal Europe - Flat Products. Mit Wirkung vom 1. Mai 2019 an wird Reiner Blaschek neben seiner Funktion als Mitglied des Management-Komitees bei ArcelorMittal Europe - Flat Products und CEO von ArcelorMittal Bremen auch für den Standort Eisenhüttenstadt die Verantwortung als Vorsitzender der Geschäftsführung haben.
Pierre Jacobs, bisher in dieser Position in Eisenhüttenstadt, wird neue Aufgaben im Konzern übernehmen. Zusätzlich wird Nico Dewachtere als neuer Geschäftsführer Finishing in die Geschäftsleitung von ArcelorMittal Eisenhüttenstadt berufen. In Bremen soll Andreas Dalchow die Geschäftsführung Finishing übernehmen. Eine Fusion beider Unternehmen gibt es nicht.
„Es bedeutet erst einmal Stabilität am Standort Eisenhüttenstadt“, sagte Eisenhüttenstadts Bürgermeister Frank Balzer zu dieser Entscheidung. In den nächsten Tagen möchte er die neuen Geschäftsführer treffen und kennen lernen. „Da Werk und Stadt seit fast 70 Jahren in Symbiose leben, ist die Kommunikation sehr wichtig. Wir können damit weiter mit einem starken Partner vor Ort arbeiten und mit ihm die Zukunft der Stadt gestalten“, so Balzer.
Der Bürgermeister hatte in einem öffentlichen Appell an die Geschäftsführung von ArcelorMittal deutlich seine Sorge über die Zukunft des Werkes Eisenhüttenstadt geäußert und sich für den Stahlstandort frühzeitig engagiert.
Auch Brandenburgs Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke hat das Vorgehen ArcelorMittals begrüßt und sagte: „Das stählerne Herz Ostbrandenburgs schlägt kräftig weiter. Darüber freue ich mich sehr – insbesondere im Sinne der Frauen und Männer, die in diesem Werk arbeiten.“ Die Beschäftigten hätten auf der Betriebsversammlung  eindrucksvoll gezeigt, dass sie für diesen Standort kämpfen. Das Werk stehe wirtschaftlich sehr gut da und sei bestimmend für Eisenhüttenstadt und die gesamte Region. Woidke erinnerte daran, dass das Land Brandenburg den Standort des Stahlwerks gerade in den Anfangsjahren stark gefördert hat, insgesamt mit knapp 195 Millionen Euro. Woidke: „Brandenburg verbindet die heutige Entscheidung mit Erwartungen und Hoffnungen, dass ArcelorMittal mit eigenen Investitionen auch in den kommenden Jahren diesen Erfolgsweg fortsetzt.“ Um die Zukunft des Standortes nachhaltig zu sichern, bietet die Landesregierung ihre volle Unterstützung an. Woidke hatte sich nach Bekanntwerden der Pläne zur Zusammenführung an den Konzernchef des Unternehmens in London gewandt und sich klar für die Eigenständigkeit ausgesprochen.
Von einer guten Entscheidung sprach auch der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Landtag, Ingo Senftleben: „In Hütte sind die Weichen jetzt auf Zukunft gestellt. Der Aufsichtsrat hat sich mit der Entscheidung eindeutig zum Stahlstandort bekannt. Das ist ein wichtiges Signal und ein Erfolg, der dank des engagierten Einsatzes von Belegschaft und Betriebsrat zustande gekommen ist. Jetzt heißt es gemeinsam und konstruktiv die Zukunft des Standortes zu gestalten. In Zeiten von steigenden Energiepreisen, Klimaauflagen und einem immensen internationalen Konkurrenzdruck bleiben die Herausforderungen groß. Hier ist die Politik gefragt, ihren Beitrag zur Zukunft der Arbeitnehmer in Eisenhüttenstadt zu leisten.“ Das gelte für den Bund und das Land Brandenburg.