Frankfurt/Oder (kel). Aufschlussreiche Einblicke in seine Tätigkeit gab Architekt Dipl. Ing. Hans Albeshausen.

Der Verein my life hatte ihn in den Lesesaal der Stadtbibliothek eingeladen. Das Interesse war groß. „Ich hätte gar nicht gedacht, dass sich so viele Menschen für meine Arbeit interessieren“, freute sich sichtlich der ansonsten sachliche Albeshausen. Er ist ein Urgestein unter den Architekten, wurde 1941 in Dresden geboren und studierte an der dortigen Technischen Universität Architektur. Seit 1965 lebt er in Frankfurt (Oder). Hier hat er in überall Spuren hinterlassen. Schwerpunkte seiner Arbeit bildeten zu DDR-Zeiten die Entwicklung der Wohnkomplexe Nord, Kopernikusstraße, Puschkinstraße, die Rekonstruktion des Kleist-Theaters, der Umbau der St. Gertraudkirche. Nach der Wende folgten Kirchenumbauten, das City-Park-Hotel, der Umbau des ehemaligen Stasi-Gefängnisses in eine Musikschule.
Spuren gibt es auch in Berlin am Gendarmenmarkt und im Umland bei Erkner. Mit dem Namen Albeshausen ist vor allem die Verwandlung der Nikolaikirche in eine Konzerthalle verbunden. Seit 1966 bis in die Gegenwart kümmert er sich um dieses Frankfurter Juwel. Sein Büro hat sich am Umbau des Frankfurter Rathauses beteiligt. Es erhielt einen Preis, wurde jedoch nicht Sieger. Der Stadtverordnetensaal sollte transparente Glaswände besitzen, die Stadtverordneten und das Präsidium in einem weiten Kreis sitzen. Alles sollte zu mehr Demokratie einladen. Leider wird der anspruchsvolle Entwurf nicht realisiert. Für Albeshausen jedoch kein Grund zum Resignieren. Er wird weiterhin Frankfurts Kirchen vor dem Verfall bewahren, Bürgerinnen und Bürgern die einmalige Architektur und die erforderlichen Baumaßnahmen der Konzerthalle erklären. Seine Führungen durch den Dachstuhl sind legendär und seit Jahren ausgebucht.