Ostbrandenburg (geh). Auf den Gewässern der Oder wurde kürzlich ein rotbrauner Schwimmteppich gesichtet.

Bei näherer Betrachtung stellte sich heraus, dass es sich um die Schwimmpflanze Großer Algenfarn (Azolla filiculoides) handelt. Diese Wasserpflanze wurde bisher an der Schwedter Querfahrt und im Odervorland gefunden. Das Vorkommen ist bei einer Gebietskontrolle durch Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung und der Naturwacht entdeckt worden und gilt somit als Erstnachweis im Nationalpark Unteres Odertal. Das teilte jetzt das Brandenburgische Umweltministerium mit.
Der Große Algenfarn blüht blaugrün, färbt sich im Herbst oft rotbraun und fällt dem Betrachter dann besonders ins Auge. Bei dieser Wasserpflanze handelt es sich um eine eingeschleppte Art aus Nord- beziehungsweise Südamerika (Neophyt). Sie wird durch Wasservögel oder auch menschliche Aktivitäten verbreitet, da der Wasserfarn eine Aquarienpflanze ist und bei unsachgemäßem Umgang in die freie Natur gelangen kann. Ein weiterer Grund für die zunehmende Ausbreitung könnte der Klimawandel sein.
Die sich schnell vermehrende Pflanze könnte bis zu einem Hektar große Decken auf Gewässern bilden. Der Farn kann problemlos auch als Landpflanze leichte Winterfröste überdauern. Er wächst aber vor allem in nährstoffreichen Still- und Fließgewässern.
Laut Bundesamt für Naturschutz (BfN) steht der Große Algenfarn bisher noch nicht auf der Liste der invasiven Arten in Deutschland, jedoch könne bei starker Entwicklung von einer Beeinträchtigung der heimischen Tier- und Pflanzenwelt ausgegangen werden. Im Nachbarland Polen sind Vorkommen dieser Art schon länger bekannt. Bereits im Jahr 1870 wurde der Große Algenfarn in Deutschland am Oberrhein als gebietsfremde Pflanze nachgewiesen. Nun ist sie auch im Unteren Odertal in Verbreitung begriffen.