Brüssel/Frankfurt (Oder)/Slubice (eb/geh). Die Städte Frankfurt (Oder) und Slubice haben ihre grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Rahmen der „Europäischen Woche der Regionen der Städte“ in Brüssel präsentiert.

Gemeinsam mit Grenzstädten aus Finnland, Schweden, Italien und Slowenien sprachen Oberbürgermeister Dr. Martin Wilke und sein Slubicer Amtskollege Tomasz Ciszewicz darüber, wie Grenzstädte ihr Potenzial nutzen und gemeinsam lokale Herausforderungen bewältigen können. Für Frankfurt (Oder) und Slubice hoben die Stadtoberhäupter den grenzüberschreitenden Verkehr und den Logistikstandort, das Potenzial durch Wissenschaft und Forschung sowie das vielfältige kulturelle Leben hervor. Auch Fragen zu Bildung und Zweisprachigkeit, Attraktivität der Städte für Neubürger und Innovationen standen im Mittelpunkt.
Während der Präsentation wurde deutlich, dass Frankfurt (Oder) und Slubice von anderen Doppelstädten auch lernen können. Die Städte Gorizia (Italien) und Nova Gorica (Slowenien) haben für ihre grenzüberschreitenden Investitionsprojekte eine gemeinsame Organisationsform nach europäischem Recht gegründet. Die skandinavischen Städte Tornio und Haparanda haben über 20 Verträge zu grenzüberschreitenden Dienstleistungen und Förderung der gemeinsamen wirtschaftlichen Entwicklung abgeschlossen. „Es ist wichtig über den Tellerrand zu schauen, um die praktischen Erfahrungen anderer Doppelstädte zu nutzen”, bewertet Oberbürgermeister Dr. Martin Wilke die gemeinsame Veranstaltung. „Das spart Aufwand und führt schneller zu Ergebnissen in der Zusammenarbeit von Słubice und Frankfurt.” Der Austausch mit den Doppelstädten an der schwedisch-finnischen und der italienisch-slowenischen Grenze soll fortgeführt und vertieft werden.
Mit Haparanda/Tornio sind 2018 und 2019 zwei Studienbesuche, einer an jeder Grenze, vereinbart, um sich bei der Aktualisierung der Handlungspläne auszutauschen. Neben der Präsentation führte die Frankfurt-Slubicer Delegation, der mehrere Stadtverordnete mit den Stadtverordneten-Vorsitzenden Wolfgang Neumann und Mariusz Olejniczak angehörten, in Brüssel Gespräche mit den brandenburgischen Europa-Abgeordneten Helmut Scholz und Susanne Melior, dem polnischen Abgeordneten Boguslaw Liberadzki sowie mit der brandenburgischen Europa-Staatssekretärin Anne Quart. Dazu Oberbürgermeister Dr. Wilke: „Wir haben in unseren Gesprächen gespürt, dass man uns stärker aus Brüssel unterstützen will, weil die europäische Idee zum Vorteil der Bürger bei uns funktioniert”.
Das Frankfurt-Slubicer Kooperationszentrum hat das zweitägige Programm in Brüssel ausgearbeitet und begleitet. Es wird gefördert durch das Interreg V A-Projekt „Modellstadt der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit“.