Eisenhüttenstadt/hn) Am 12. Oktober hatte der Ortsverein der Brandenburger Ingenieure und Wirtschaftler in die Kleine Bühne zu einem Vortrag von Prof. Dr. Dieter B. Herrmann, ehemaliger Direktor der Archenholdsternwarte Berlin, eingeladen.

Der Exkurs führte diesmal in die Welt der Teleskope, die, vom einfachen zweilinsigen Fernrohr aus dem Jahr 1609, bis hin zu modernen Weltraumteleskopen das immer bessere Erkennen der Vorgänge im Weltraum ermöglichten.
„Astronomie ist gegenwärtig ein ganz aktuelles Forschungsgebiet“, so Herrmann, „es passiert unheimlich viel, eine Sensation jagt die Nächste, aber es gibt auch Irrtümer und Irrtümer früherer Jahrzehnte werden korrigiert.“ Das gigantische Auge des legendären antiken einäugigen Zyklopen, das er als Titel für seinen Vortrag wählte, sei ein ebenso ungewöhnliches und gewaltiges Sehorgan gewesen wie das vom Menschen erfundene Teleskop. Mit dessen Hilfe wurde es möglich, die scheinbare Himmelskugel aufzubrechen und in die Tiefen des Weltalls zu schauen. Die Erfindung des Fernrohrs ist eng an die Erfindung der Brille gekoppelt. Sie ist nichts anderes als die Kombination von zwei Brillengläsern. Das snelliussche Brechungsgesetz war noch nicht entdeckt, so dass die erste Entwicklung auf Experimenten beruhte. So gab es eine Reihe von Zufällen, bis Wissenschaft und Technologie in der Lage waren, diese Instrumente auf mathematischer Basis zu konstruieren.
Professor Herrmann zeigte sich überzeugt davon, dass wir nicht die einzigen intelligenten Lebewesen im All sind, und es würde ihn glattweg „umhauen“, wenn wir eines Tages wirklich nachweisbare Signale einer fremden Zivilisation empfangen würden.
„Ich bin begeistert, mit wie viel Akribie und Herzblut dieser Vortrag gestaltet wurde“, sagte Jutta Scheer, zweite Vorsitzende des Vereins, „und ich freue mich schon auf den September 2017, wenn Sie zu Ihrem nächsten Vortrag nach Eisenhüttenstadt kommen“.