Frankfurt/Oder (kel). Wer zurzeit die Marienkirche betritt, wird von einem ungewöhnlichen Gemälde begrüßt.

Es besteht aus farbiger Wolle und trägt den Titel „Die Slowmotionbar im Unterdeck“. Angefertigt wurde es von der Künstlerin Kata Unger aus Berlin. Auf dem textilen Flächengebilde sind unter anderem Füße, ein Tintenfisch, eine Qualle, ein Elefantenfuß zu entdecken. Zerschnitten durch Laserstrahlen. Es könnte eine verqualmte Bar in einem Schiffswrack unter Wasser sein. „Die Anregung zum Bild stammt von Michel Foucault“, sagt Kata Unger. Von seiner Heterotopie-Philosophie. Heterotopien sind Orte außerhalb aller Orte. Die Künstlerin arbeitete fast vier Monate an dem Werk. Vieles entstand „aus dem Bauch heraus“, sagt sie lachend.
Ungers Werk bildet den „Kulminationspunkt“ der Ausstellung „Orte wechseln - de rerum natura“, so Kuratorin Anke Zeisler. Es geht in der Ausstellung um Ortsveränderungen. Einmal innerhalb eines Ortes durch Zerfall unsichtbarer Atome, de rerum natura, und des weiteren um den äußeren Wechsel von einem Ort zum anderen.
Beispielgebend für den äußeren Ortswechsel ist die Collageplastik „Flucht“ von Erika Stürmer Alex. Die Plastik besteht aus einem Fluchtwagen, der von einem Pferd gezogen wird. Auf dem Wagen steht ein Stuhl, eine Puppe, ein Korsett. Verstaubte Blumen bleiben neben Holzpaletten am Wegesrand zurück. Alles Fundstücke.
Die Künstlerin Simone Haack hat zum Ausstellungsthema das Ölgemälde „In Limbo“, in der Schwebe, angefertigt. Auf ihm schwebt eine Frau durch die Luft. Fällt sie oder fliegt sie weiter? „Eine Allegorie auf die heutige Situation vieler Menschen“, so Anke Zeisler. Das Bild „In Limbo“ behauptet sich wie Kata Ungers Wollgemälde gegenüber der imposanten Innenarchitektur der Kirche.
Die Ausstellung kann noch bis Sonntag, 18. September 2016 angeschaut werden.