Frankfurt/Oder (gla). Der zweite brandenburgisch-polnische Interreg-Preis für das Kooperationsprogramm 2014 bis 2020 wurde verliehen.

Mit dem Preis werden die besten Interreg-Projekte der so genannten Fonds für kleine Projekte ausgezeichnet. Stellvertretend für alle anderen wurden vier erfolgreiche Kleinprojekte gewürdigt.
Die erste Ehrentafel überreichte Brandenburgs Staatssekretärin für Europa Anne Quart dem Deutsch-Polnischen Verein Cottbus für das von ihm veranstaltete zehnte Deutsch-Polnische Jugendfestival. Die nächste Auszeichnung erhielt die Gemeinde Bogdaniec für ihr langjähriges kommunales grenzüberschreitendes Engagement zur Pflege der guten Beziehungen zu ihrer brandenburgischen Partnergemeinde Petershagen/Eggersdorf. Einen weiteren Preis bekam das städtische Sport- und Erholungszentrum in Zielona Gora für den grenzübergreifenden Sportwettbewerb „Staffellauf von Rathaus zu Rathaus“, der sein silbernes Jubiläum feiert. Der Lauf von Zielona Gora nach Cottbus gilt seit Beginn der brandenburgisch-polnischen Interreg-Zusammenarbeit als Symbol der Begegnung zwischen den Bürgerinnen und Bürgern im Fördergebiet.
Schließlich ehrte die Staatssekretärin noch die Fanfarengarde Frankfurt an der Oder für das Orchester-Projekt „Europa-Fanfaren Frankfurt (Oder) – Slubice“. Daran sind 75 Kinder und Jugendliche im Alter von acht bis vierzehn Jahren beteiligt. Sie erhalten zweisprachigen Musikunterricht und fahren gemeinsam ins Ferienlager. „Höhepunkte der Orchesterarbeit sind regelmäßige Auftritte“, sagte die Staatssekretärin. Dieses Projekt „kommt generationenübergreifend einer breiten Öffentlichkeit zugute“, würdigte Anne Quart das Engagement des Vereins.
Dem Kooperationsprogramm 2014 bis 2020 stehen insgesamt 100 Millionen Euro Fördermittel der Europäischen Union zur Verfügung. Davon sind inzwischen bereits ungefähr 64 Millionen Euro für 32 Projekte gebunden, erklärte Brandenburgs Europaminister Stefan Ludwig. „Wir dürfen ein wenig stolz auf das Erreichte sein“, so Ludwig. Aber es gibt noch Raum für Verbesserungen. „Wir müssen noch besser darin werden, den Prozess von der Antragstellung bis zur Bewilligung zu beschleunigen“, räumte der Minister ein. „Ziel von Interreg ist es, die EU-Mittel für einen nachhaltigen grenzüberschreitenden Mehrwert einzusetzen.“ Projekte, die sich erfolgreich beworben haben, werden zu 85 Prozent von EU-Mitteln finanziert.
Auch der Vizemarschall der Wojewodschaft Lubuskie, Tadeusz Jedrzejczak und die Gastrednerin Professor Dr. Gesine Schwan würdigten die Kleinprojekte. Sie seien „nicht klein im Sinne von unwichtig, sondern wesentlich, unverzichtbar“, sagte Gesine Schwan. Die Ergebnisse der kommunalen Zusammenarbeit seien nachhaltiger als das, was manche Politiker machen, findet die Politikwissenschaftlerin.