Frankfurt/Oder (geh). Jochen Stern liest am Sonntag, dem 17. September in der Gedenkstätte „Opfer politischer Gewaltherrschaft” aus seinem Buch „Die ewige Morgenröte. Tage des Erwachens”.

Darin schildert der dann 89-Jährige den Versuch der jungen Nachkriegsgeneration, am Wiederaufbau und dem demokratischen Aufbruch ab Mai 1945 in ihrer Stadt Frankfurt (Oder) mitzuwirken. Stern verarbeitete eigene Erlebnisse, die sich mit dem Schicksal vieler Altersgenossen in der Oderstadt kreuzen.
Bekannt wurde Jochen Stern als Schauspieler mit der Serie „Ein Herz und eine Seele”, in der er der Nachbar Koslowski war. Im Laufe der Jahre machte er sich auch als Buchautor einen Namen.
Jochen Stern ist gebürtiger Frankfurter. Im Juli 1946 trat er der Liberaldemokratischen Partei Deutschlands bei. Auf Grund seines Engagements für diese Partei wurde Stern im Jahr 1947 vom sowjetischen Geheimdienst verhaftet und zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Davon  saß Jochen Stern fast sieben Jahre lang als Häftling in Bautzen ab. Im Jahr 1954 wurde er nach Westdeutschland entlassen. Er holte das Abitur nach und studierte Rechtswissenschaften in Göttingen. Seit 1957 wohnt Jochen Stern in Bonn. Bis vor ein paar Jahren hatte er seinen Zweitwohnsitz noch immer in Frankfurt (Oder).
Am 16. November 2009 verlieh ihm der damalige Bundespräsident Horst Köhler das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland. Nach diesem offiziellen Akt im Schloss Bellevue nutzte Stern die Gelegenheit, seine Geburtsstadt zu besuchen. Hier durfte sich der Mann mit Promi-Status im Beisein vom ehemaligen Oberbürgermeister Martin Patzelt in das Goldene Buch der Stadt Frankfurt (Oder) eintragen. Der war erfreut, einen so berühmten Frankfurter begrüßen zu dürfen. Während des Eintrags in das Goldene Buch trug Jochen Stern zum ersten Mal offiziell sein Bundesverdienstkreuz am Revers.
Für Rüdiger Sielaff, Leiter der Frankfurter Außenstelle des Bundesbeauftragten für die Stasiunterlagen (BStU) ist es immer wieder eine Ehre, gemeinsam mit Jochen Stern zu Veranstaltungen zu laden. So auch am Sonntag, dem 17. September 2017. Von 15 bis 17 Uhr wird Jochen Stern aus seinem Buch lesen. Danach stehen Sielaff und der Autor für ein Gespräch und offen gebliebene Fragen zur Verfügung.
Interessierte haben an diesem Tag schon ab 11 Uhr die Möglichkeit, die früheren Zellenräume in der Gedenkstätte in der Collegienstraße zu besichtigen und sich die die aktuelle Ausstellung anzuschauen. BStU-Mitarbeiter stehen dann gern für Erklärungen zur Verfügung. Um 17 Uhr endet der Besuchertag.