Beeskow (geh). Die Frage, wer der neue Landrat im Landkreis Oder-Spree wird, blieb nach dem ersten Wahlgang am 27. November unbeantwortet.

Keiner der fünf Kandidaten konnte die erforderliche absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen erreichen. Das bedeutet, dass sich Rolf Lindemann, Kandidat der SPD und Sascha Gehm, der für die CDU ins Rennen ging, der Stichwahl stellen müssen.
Es waren 153.762 Wahlberechtigte im Landkreis Oder-Spree aufgerufen, ihren Landrat zu wählen. Die Premiere - zum ersten Mal durften Bürgerinnen und Bürger ihre Stimme dafür abgeben - nutzten 48.872 Menschen. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von über 30 Prozent. Allerdings waren von den abgegebenen Stimmen 861 ungültig. Daraus ergab sich folgendes Endergebnis: 17.748 Stimmen für Rolf Lindemann (SPD). 11.188 Stimmen für Sascha Gehm (CDU). 10.711 Stimmen für Dr. Eberhard Sradnick (Die Linke). 5.066 Stimmen für Torsten Giesel (Einzelbewerber). 3.298 Stimmen für Kai Hamacher (Piraten). Dieses Ergebnis haben die Mitglieder des Kreiswahlausschusses am Mittwoch vergangener Woche bestätigt.
Die Stichwahl wurde für Sonntag, den 11. Dezember 2016 angesetzt. Neben der Mehrheit der abgegebenen Stimmen geht es im zweiten Wahlgang auch darum, das Quorum von 15 Prozent zu erreichen. Das bedeutet wiederum, einen Wahlsieger gibt es nur dann, wenn die Mehrheit für einen der beiden Kandidaten auch mindestens 15 Prozent aller Wahlberechtigten ausmacht. Das sind rund 23.000 Stimmen - ein Wert, den weder Rolf Lindemann noch Sascha Gehm in der ersten Runde erzielt hat.
Wird das Quorum von 15 Prozent verfehlt, muss die Stelle der Landrätin beziehungsweise des Landrates ausgeschrieben werden. „Das ist dann nicht mehr die Fortsetzung der bisherigen Wahl, sondern der Beginn eines neuen Verfahrens”, erläutert Kreiswahlleiter Michael Buhrke das Prozedere.
Die Entscheidung über die geeigneteste Bewerberin oder den geeignetesten Bewerber träfen in dem Fall die Abgeordneten des Kreistages Oder-Spree.