Bad Saarow (eb/geh). Beim DKMS-Registrierungstermin am vergangenen Mittwoch herrschte großer Ansturm im Helios Klinikum Bad Saarow.

225 Menschen ließen sich als potenzielle Stammzellspender in der Deutschen Knochenmarkspenderdatei registrieren, um der 27-jährigen Kristina zu helfen. Eine Stammzellspende ist für die an Blutkrebs erkrankte junge Frau, die erst 2016 aus der Ukraine nach Deutschland kam und derzeit im Helios Klinikum Bad Saarow behandelt wird, die einzige Überlebenschance.
„Wir freuen uns, dass so viele Mitarbeiter des Klinikums und Menschen der Region unsere DKMS-Aktion besucht haben, um sich als potenzielle Stammzellspender registrieren zu lassen. Es war uns ein besonderes Anliegen, bei der Suche nach einem genetischen Zwilling für Kristina zu helfen und die DKMS zu unterstützen“, sagt Julia Disselborg, Klinikgeschäftsführerin des Helios Klinikums Bad Saarow. „Wir haben gemeinsam mit der DKMS und der Akademie der Gesundheit einen tollen Aktionstag auf die Beine gestellt“, freut sich die Klinikchefin. Ihr besonderer Dank geht an die fünfzehn Schülerinnen der Akademie der Gesundheit, die die Registrierungen vornahmen.
Das Klinikum spendete 5.000 Euro an die DKMS. Auch Firmen der Region unterstützten den Tag - wie die „Bäckerei Dreißig“ mit leckeren Stollenherzen, die „Bäckerei und Konditorei Baumgärtel“ mit Plätzchen und „Chefs Culinar“ mit roten Weihnachtsäpfeln.  
Das Klinikum stand den gesamten Tag mit Kristina und ihrer Mutter Lena in Kontakt und informierte mit Bildern und Informationen über die Aktion. „Ich bin für die großartige Unterstützung sehr dankbar. Ich würde gerne jeden einzelnen drücken und mich persönlich bedanken“, schreibt die besorgte Mutter in einer Nachricht.
Die Stammzelltherapie mit eigenen Stammzellen wurde im Bad Saarower Klinikum bereits im Jahr 1991 etabliert. Nach einer kurzen Unterbrechung werden hier seit diesem Jahr wieder Stammzellen transplantiert. „Wir sind in der Stammzelltherapie sehr erfahren und arbeiten in einem Zentrum eng mit den Spezialisten im Helios Klinikum Berlin-Buch zusammen, die auch die Übertragung fremder Stammzellen vornehmen“, erläutert Dr. Richard Ratei, Leitender Arzt für Stammzelltherapie im Helios Klinikum Bad Saarow. Bei einer Stammzelltransplantation werden eigene oder fremde Stammzellen übertragen, was die Folgen einer Chemotherapie oder einer Bestrahlung auffängt sowie die Wiederherstellung des Knochenmarks und der Blutbildung ermöglicht, insbesondere nach einer Hochdosis-Chemotherapie.
Ohne eine Stammzelltransplantation wäre die hochwirksame Chemotherapie nicht durchführbar. Stammzelltransplantationen werden auch bei Patienten mit Leukämie, wie bei Kristina, eingesetzt, bei denen andere Behandlungsmethoden nicht wirksam waren. Die neu eingesetzten Stammzellen übernehmen dann eine Kontrollfunktion und wehren die verbliebenen kranken Zellen ab.