Frankfurt/Oder (gla). Beim HanseStadtFest wurden wie jedes Jahr historische Szenen aus der Geschichte Frankfurts nachgespielt und mit Kanonenschüssen am Holzmarkt angekündigt. Diesmal präsentierten der Verein Frankfurt (Oder) 2003, die Freyfähnlein zu Frankenforde und die Gemeinschaftsaktion Lennépark anlässlich des Reformationsjubiläums den Einzug des Ablasshändlers Johann Tetzel. Der Mönch des Dominikanerordens besuchte zu Zeiten der Reformation die Oderstadt, die als Anti-Wittenberg galt, um gegen Luthers Thesen zu predigen. Dabei verteidigte er die Praxis des Ablasshandels, mit dem er die Schulden der Kirche bei den Fuggers begleichen wollte. Von Tetzel soll das berühmte Zitat stammen: „Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele aus dem Feuer springt.“ Dieses Jahr verkaufte der Tetzel-Darsteller Bernhard Klemm Ablassbriefe, allerdings für einen gemeinnützigen Zweck.