Frankfurt (Oder), Slubice (gla). Auf, in und an beiden Seiten der Oder feierten Tausende das HanseStadtFest.

Die Feier begann am Freitag auf der Stadtbrücke. Staatssekretär Martin Gorholt überbrachte Grüße von Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke aus dem Urlaub. Bürgermeister Tomasz Ciszewicz verkündete, er und sein Amtskollege René Wilke hätten eine Temperatur von 29 Grad beschlossen. Danach versuchte Wilke vergeblich, das Fass anzustechen. Als aus der Menge der Ruf „Nie ma piwa“ (Es gibt kein Bier) und Gelächter erklang, übernahm ein Mitarbeiter der Brauerei die Aufgabe.
Kurz darauf brach ein Gewitter aus. Dennoch fielen weder der Lauf ohne Grenzen, noch die Konzerte oder das Feuerwerk aus. Am Wochenende ging es weiter mit Musik und Wettkämpfen. 4.091 Gummienten wurden beim Entenrennen in die Alte Oder geworfen. Der Nebenarm des Flusses war wegen des niedrigen Pegels ohne Strömung. Die Veranstalter hofften, der Wind würde die Enten stromaufwärts treiben. Diese Rechnung ging nicht auf. So mussten 29 der numerierten Badeenten willkürlich aus dem stillen Wasser gefischt und zu Gewinnern erklärt werden. Das Erdgasbusziehen gewann die erste Mannschaft des SV Armwrestling mit 12,12 Sekunden.
Am WoWi-Couchsurfen nahm auch Frankfurts neue Sportdezernentin Milena Manns teil, und erreichte den achten Platz. Sie wäre noch schneller gewesen, hätte sie nicht angehalten um gekenterten Mitstreitern zu helfen, vermutete WoWi-Chef Jan Eckardt. Da ihr pedalbetriebenes Gefährt nicht aufblasbar war, disqualifizierte es Eckardt nachträglich. Die Super Mario Daddies erhielten für ihr Fahrzeug und Kostüm die Auszeichnung als kreativstes Team.
Die historischen Szenen handelten dieses Jahr vom Prager Fenstersturz. Dazu warfen die Darsteller eine Puppe vom Balkon des Museums Viadrina und erzählten vom Dreißigjährigen Krieg und seinen Auswirkungen auf Frankfurt. Ihr Schauspiel verzögerte sich, als eine Fußgängerin die Riesenstufen hinter der Friedensglocke herunterfiel und ärztlich versorgt werden musste.
Zu den musikalischen Höhepunkten des Bunten Herings zählten Ich Troje, die Spider Murphy Gang, Karat, DJ Tomekk und Dante Thomas. Das Brandenburgische Staatsorchester Frankfurt gab am Sonntag ein Konzert, zum letzten Mal dirigiert von Howard Griffiths. Der englische Dirigent gibt nach elf Jahren die Leitung ab, versprach aber, ab und zu vorbeizukommen und nach dem Rechten zu sehen. Zum Schluss wurde das Finale der Fußballweltmeisterschaft auf einer großen Leinwand gegenüber dem Rathaus gezeigt.