Groß Lindow (hn). Obwohl es das Wetter anfangs nicht so gut meinte, kamen doch mehrere Hundert Gäste zum traditionellen Köhlerfest.

Sei es das Kulturprogramm, der Handel oder die Präsentationen alten Handwerks, viel Interessantes war zu sehen.
Für den kleinen und großen Hunger war bestens vorgesorgt, mit Gebackenem, Gegrilltem und Gekochtem, wie der köstlichen Köhlersuppe aus dem großen Kessel.
„Mit fleißigen Helfern haben wir im Laufe der vergangenen Woche den Platz schön geschmückt, eine Bastelstraße aufgebaut, es kommen ein Shantychor aus Mecklenburg und eine Blaskapelle, auch die Kinder aus der Kita Lindenspatzen fiebern ihrem Auftritt entgegen”, sagte Köhlermeister Ralf Raschke.
Pünktlich um 11 Uhr, der Regen hatte nachgelassen, marschierten die Kienbuben, Kienweiber und Köhler unter den Klängen der Brandenburger Hymne ein, um den Kienbaum aufzustellen. Als dies bewerkstelligt war, wurde mit Bier, Sekt und einem dreifachen „Gut Brand” auf das Gelingen des Festes angestoßen.
Die Gäste konnten Kettensägen-Holzschnitzer Kurt Kleemann aus Booßen dabei zuschauen, wie er aus dicken Holzstämmen einen Treidelkahn samt Treidler heraus schnitt. Erik (11) und Lenn (9) probierten in der Drechslerei der Familie Werner das Bearbeiten eines Holzstücks aus.
In vielen Arbeitsstunden haben die Vereinsmitglieder den Köhlerplatz durch Urbarmachung von Land vergrößert. Der Kienbubenverein zählt gegenwärtig rund 40 Mitglieder. Gemeinsam haben sie vor einiger Zeit eine Kindergruppe gegründet und erhoffen sich dadurch einen Mitgliederzuwachs. Wer also die Faszination (ur)alten Handwerks im Einklang mit der Natur kennen lernen will, schaue doch einmal vorbei.