Slubice (kel). Im Collegium Polonicum schlossen die Verantwortlichen von Frankfurter und Slubicer Bibliotheken und Archiven eine Vereinbarung zur gegenseitigen Unterstützung ab.

Sie wollen sich bei Katastrophen wie Hochwasser, technischen Defekten oder Bränden gegenseitig helfen. „Zusammen sind wir stärker“, sagte der Leiter der Frankfurter Außenstelle der Stasi-Unterlagenbehörde (BStU) und Initiator, Rüdiger Sielaff. Der Notfallverbund sei ein wichtiger Schritt zur Vernetzung von Institutionen diesseits und jenseits der Oder.
Ihm traten die Teams aus Collegium Polonicum mit Bibliothek und dem Karl Dedecius Archiv, aus Europa-Universität Viadrina mit Bibliothek und Archiv, aus dem Archiv der Stadt Frankfurt und aus dem Stasiunterlagenarchiv (BStU) bei.
„Wir machen mit“, sagte Ralf Rüdiger Targiel, Stadtarchivleiter, als ihm Sielaff vor rund zwei Jahren die Idee vortrug. Der Einsturz des Kölner Stadtarchivs, bei dessen Schadensbeseitigung Targiel mithalf, bildete ein „Schlüsselerlebnis“ für ihn. Im Stadtarchiv lagern wertvolle Dokumente der Frankfurter Geschichte.
Auch die Universitätsbibliothek der Viadrina hat mittlerweile einen umfangreichen Bestand an bedeutsamen Medien. Dr. Hans-Gerd Happel, Direktor der Bibliothek, halte den Abschluss der Notfallvereinbarung für „effektiv und wichtig“. Sie könnte der Anfang für eine weitere Zusammenarbeit sein. Grazyna Twardak, Leiterin der Bibliothek des Collegium Polonicum, erklärte, dass ihre Einrichtung von der „Strategie der Zusammenarbeit“ profitieren wird. In ihrer Bibliothek und im dazugehörigen Dedecius Archiv lagern für die Verständigung zwischen Deutschland und Polen wichtige Unterlagen. „Alles, was Europa weiter zusammenbringt, ist wichtig", lautete das Fazit von Dr. Krzysztof Wojciechowski, Verwaltungsdirektor des Collegium Polonicum. Er hoffe, dass Vertreterinnen und Vetreter aus weiteren Einrichtungen der Vereinbarung beitreten.