Frankfurt/Oder (kel). Leiterin Carmen Winter zog Bilanz der Arbeit des vor einem Jahr an der Volkshochschule (VHS) gegründeten Grundbildungszentrum.

„Der Fokus lag auf der Vermittlung von Lese- und Rechtschreibkompetenzen“, sagte Carmen Winter. Dazu gehörte das Projekt „Family Literacy -Sprechen, lesen, schreiben in Familien“. Eltern gestalteten ein Kinderbuch für ihre Kinder, im Gertraudpark fand ein Lesepicknick statt, im Eltern-Kind-Zentrum Nord und an der Volkshochschule wurden Lerncafés eröffnet. Ins Lerncafé der Volkshochschule kamen auch einige Flüchtlinge aus Afghanistan, um die deutsche Sprache zu erlernen.
Im November 2015 wurde auf Initiative des Grundbildungszentrums ein Netzwerk mit 44 Teilnehmern zur gegenseitigen Information über Themen wie Grundbildung oder Alphabetisierung gegründet. Unter anderem beteiligen sich daran JobCenter, Handwerkskammer, Jugendberufsagentur und Arbeitsloseninitiative. Die Sensibilisierung der Gesellschaft gegenüber dem Alphabetismus bildete einen weiteren Schwerpunkt der Arbeit des Grundbildungszentrums.
„Wir wollen betroffene Menschen als gleichberechtigte Mitglieder in unserer Mitte integrieren“, so Carmen Winter. Dazu fanden vier Schulungen statt, an denen insgesamt 56 Interessierte teilnahmen. „Analphabeten können an der VHS kostenlos schreiben lernen“, ergänzte Frau Winter. Sie gab abschließend einen Ausblick auf die weitere Arbeit ihrer Einrichtung. Sensibilisierungsschulungen zum Thema Alphabetismus werden fortgesetzt. Familienbildung steht weiterhin im Mittelpunkt. Dazu gibt es spezielle Kurse wie, „Buchstaben backen“ oder „Mein Lieblingsbuch“.
Im September beteiligt sich das Grundbildungszentrum am Weltalphatag, der auf Grundbildung und Alphabetisierung aufmerksam machen soll, und im November am bundesweiten Vorlesetag. Über 250 Menschen nutzten im vergangenen Jahr  die Angebote des Grundbildungszentrums. Leiterin Carmen Winter hofft im kommenden Jahr auf eine noch stärkere Nachfrage.