Frankfurt/Oder (gla/geh). Am 16. November 2018 war bundesweiter Vorlesetag.

Aus diesem Anlass lud Direktorin Dr. Hannah Lotte Lund die Kinder der benachbarten Kita „Oderknirpse“ ins Kleist-Museum ein. Dabei bekam sie Unterstützung von Dr. Thomas Schneider. Er nutzte die Gelegenheit, um 4.000 Euro Spenden für kulturelle Bildung zu übergeben, die er bei seiner Verabschiedung als stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Oder-Spree gesammelt hatte. Mit dem Geld möchte Dr. Lund nächstes Jahr eine Kinder- und Schülerwoche mit Werkstätten, einer Lesetour und ähnlichem finanzieren. „Was da genau gemacht wird, hängt von den Lehrern ab“, sagt die Museumsdirektorin. Natürlich hofft sie, Kindern damit auch Heinrich von Kleists Werke näherzubringen.
Dr. Lund und Dr. Schneider sind sich einig, dass viele Schriften des Dichters, Dramatikers und Erzählers sichauch für jüngere Leser eignen. Dr. Schneider hatte zu seiner Schulzeit selbst „Der zerbrochene Krug“ als Lehrstoff. Das Stück, ebenso wie Kleists bekannte Erzählung „Michael Kohlhaas“ beschäftigt sich mit dem Thema Recht und Gerechtigkeit. „Hochaktuell zur heutigen Zeit“, findet Dr. Schneider angesichts einiger Ereignisse, für die der Dieselbetrug nur ein Beispiel sei. Zum Vorlesen brachte er allerdings leichtere Kost mit, nämlich das Kinderbuch „Käpten Knitterbart“ von Cornelia Funke.
In Frankfurt (Oder) wurde vormittags in neun verschiedenen Kitas und Grundschulen vorgelesen, und nachmittags in Geschäften in der Magistrale. Oberbürgermeister René Wilke las in der Bibliothek für Kinder der Kita „Am Mühlental“ vor. Und in der Kita „Finkenhäuschen” lauschte eine Inklusionsgruppe von elf 5- und 6-jährigen Kindern dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Frankfurt (Oder), Jochem Freyer, der sich die Geschichte „Von Mareike und den Ziegen” zum Vorlesen ausgesucht hatte.  „Eine tolle Aktion“, wie Jochem Freyer findet, „um frühzeitig die Begeisterung für das Lesen und Vorlesen zu wecken. Kinder, denen regelmäßig vorgelesen wird, haben später mehr Freude am Selbstlesen und haben im Schnitt bessere Noten. Und -  mir hat die Stunde genauso viel Spaß gemacht wie den Kindern“.
Carmen Winter und Angela Seib vom Grundbildungszentrum der Volkshochschule kamen mit vielen Büchern ins Seniorenzentrum „Siegfried Ringhandt“. Krimifreunde trafen sich in der Stadt- und Regionalbibliothek zur Lesung von Elisabeth Herrmann aus „Stimmen der Toten“.
Weitere Vorleser waren Mitarbeiter der Wohnungswirtschaft der Messe und Veranstaltungs GmbH und der Stadtverwaltung. Einige Vorleserinnen, wie die Stadtverordnete Renate Berthold, die Juristin und Lesepatin Uta Beitlich-Thommes, Uta Kurzwelly von der Volkshochschule und Angela Stern von der Kinderbibliothek machten schon zum dritten oder vierten Mal mit.