Märkisch-Oderland (eb/geh). Die Rede von Landrat Gernot Schmidt während einer Wolfwache hat bei den Grünen des Landkreises Empörung ausgelöst.

Gernot Schmidt, Landrat von Märkisch-Oderland und Vorsitzender des „Forum Natur Brandenburg“ hat am Rande einer vom „Forum Natur Brandenburg“ organisierten Wolfswache erklärt, dass der ländliche Raum nicht die Spielwiese von „Öko-Pegida“ werden dürfe. Zu dieser, in seinen Augen gegenüber Umwelt- und Naturschützern diffamierenden, Aussage nimmt Jan Sommer, bündnisgrüner Direktkandidat für Wahlkreis 59 für die Bundestagswahl, wie folgt Stellung: „Bereits vor einem Jahr haben wir die Tätigkeit des Landrats als Vorsitzender im Forum Natur Brandenburg scharf kritisiert und verdeutlicht, dass seine Lobbytätigkeit nicht mit den Aufgaben eines Hauptverwaltungsbeamten vereinbar ist. Die Aufgabe eines Landrates ist es, zwischen den unterschiedlichen Interessen der Landnutzer und der Naturschützer zu vermitteln, auszugleichen und bestehende Konflikte zu beseitigen.“ Dies sei mit seiner Lobbyarbeit nicht in Einklang zu bringen, denn im „Forum Natur Brandenburg“ sind ausschließlich Landnutzer vertreten.
„Mit seiner diffamierenden Aussage bei einer von seinem Lobbyverband organisierten Wolfswache hat Gernot Schmidt nun endgültig bewiesen, auf wessen Seite er steht und dass er als Landrat von Märkisch-Oderland anscheinend nicht mehr an einem konstruktiven Austausch von Sachargumenten interessiert ist. Gernot Schmidt wird somit zum Wolf im Schafspelz”, findet Sommer.
Ziel und Aufgabe eines Landrats sei es, zu vermitteln und einen Ausgleich zwischen unterschiedlichen Interessen herbeizuführen. Doch Gernot Schmidt handele immer häufiger entgegengesetzt und versuche, sich auf ziemlich durchsichtige Art und Weise auf Kosten anderer zu profilieren. „Er wird durch solche Auftritte und Äußerungen der Verantwortung seines Amtes nicht gerecht und setzt wider besseren Wissens Umwelt- und Naturschützer mit den fremdenfeindlichen Pegida-Anhängern gleich. Dies ist für uns Bündnisgrüne nicht hinnehmbar und gefährdet die Grundlage des zukünftigen Zusammenarbeitens”, kritisiert Jan Sommer. Landrat Schmidt beschreite immer öfter Terrain jenseits demokratischer Spielregeln.
Der bündnisgrüne Bundestagskandidat sagt: „Wir appellieren an ihn, seine Rolle und seine Diskussionskultur zu überdenken und fordern ihn dazu auf, als Vorsitzender des Forum Natur Brandenburg zurückzutreten”. Nur so könne der Landrat künftig bei den vorhandenen Interessengegensätzen zwischen Landnutzern und Naturschützern glaubhaft vermitteln. Zudem sei es wichtig, die Debatte über den Wolf wieder zu versachlichen anstatt populistische Maßnahmen zu fordern. Jan Sommer fordert: „Wir müssen die Weidetierhalter finanziell mehr Unterstützung und sie in die Lage versetzten, ihre Tiere wirksam vor dem Wolf zu schützen. Eine Überarbeitung des Wolfsmanagementplans ist dringend notwendig.“
Landrat Gernot Schmidt sagte auf Anfrage zu den Vorwürfen: „Es ist zu beobachten, dass extreme Einzel- und Marginalinteressen in den öffentlichen Raum drängen und mit erhobenen Zeigefinger und dem Anspruch der moralischen Überlegenheit die Mehrheitsgesellschaft vor sich her treiben. Im Rahmen der offenkundig vielbeachteten Wolfwachen ging es darum, auf die schwierige Lage der Landnutzer hinzuweisen und zu einer fachlichen und sachlichen Betrachtung des Themas ohne ideologische Scheuklappen zu kommen“.