Frankfurt/Oder (gla). Die Sanierung des Eisenbahnerdenkmals hat begonnen.

Vor einer Woche führten die Steinmetzmeister Heike Ferch-Struck und Thomas Schwarzgräfe erste Probearbeiten durch. Drei Tage lang dichteten sie Fugen und Risse im unteren Bereich des Denkmals ab und bildeten einen Teil der verlorenen Inschriften nach. Die Inschriften „1535 Eisenbahner aus den drei Direktionsbezirken Bromberg Danzig Posen fielen im Weltkrieg 1914 - 1918 und 1919 in den Grenzkämpfen“ an der Nordseite und „Errichtet in schwerster Notzeit von den Eisenbahnvereinen im Direktionsbezirk Osten 1932“ an der Südseite ließ das kommunistische Regime nach dem Zweiten Weltkrieg entfernen.
Jahrelang kämpften Mitglieder der  Ortsgruppe der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer für die Restaurierung des Denkmals auf dem Kiliansberg. Zu diesem Zweck riefen Michael Hofmann, Siegfried Tschuschke und andere Eisenbahner eine Bürgerinitiative ins Leben. Dazu mussten sie eine Foto-, eine Laserscandokumentation und das Gutachten eines Steinrestaurators beauftragen und bei der unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt einreichen. Weitere Dokumentationen werden während und nach der Restaurierung fällig.
Der Entwurf des Eisenbahnerdenkmals stammt von Wilhelm Beringer, dem Reichsbahnrat und Architekten, der auch das Bahnhofsgebäude und die Wohnhausgruppe am Kiliansberg schuf. Erbaut wurde es vom Bildhauer Georg Fürstenberg. Im Zuge der Restaurierung werden die Steinmetze die Schrift neu gravieren, mit roter Farbe besser sichtbar machen, und den durch Verwitterung und unsachgemäßes Sandstrahlen beschädigten Muschelkalkstein mit Sumpfkalk ausbessern.
Voraussichtlich nächstes Jahr soll ein Gerüst aufgebaut und der obere Teil des Denkmals einschließlich des Flügelrads saniert werden. Die Arbeits- und Dokumentationskosten werden durch Spenden finanziert, darunter 5.000 Euro von der Deutschen Bahn. Michael Hofmann kündigt für die nahe Zukunft einen Spendenaufruf an, um die Finanzierung der Arbeiten zu sichern.