Eisenhüttenstadt (hn). Über den Beginn der Realisierung seiner Wahlkampfthemen und die ersten hundert Tage seiner Amtszeit berichtete Bürgermeister Frank Balzer in einem Pressegespräch.

„Mehr Miteinander” stand im Mittelpunkt seiner Ausführungen, sein wohl prägnantestes Vorhaben. Von seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Verwaltung sei er offen empfangen worden. Und was ihn besonders freut, ist, dass sie ihm mit Rat und Tat zur Seite stehen, die Vielzahl seiner Fragen sachkundig beantworten und ihn damit in seiner Arbeit unterstützen.
Inzwischen besuchte der Bürgermeister acht Firmen, um mit ihnen über die wirtschaftliche Situation und Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu sprechen. Im Ergebnis dieser Gespräche soll ein Wirtschaftsbeirat gegründet werden, mit dem Ziel, kurze Wege zwischen Firmen und Verwaltung zu ermöglichen. „Ich habe die Zusammenarbeit mit den Unternehmen zur Chefsache erklärt”, sagte Balzer. Frank-Uwe Gerlach, dessen bisherigen Zuständigkeitsbereich es bald nicht mehr gibt, hat der Bürgermeister zu seinem Mitarbeiter für Wirtschaftsförderung berufen.
Ebenfalls kurzfristig wolle er das inzwischen große Problem der medizinischen Versorgung angehen. Der bestehende Ärztemangel müsse mit neuen Ideen in den Griff bekommen werden. Ein Gespräch zu diesem Thema fand inzwischen mit der Kassenärztlichen Vereinigung statt.
Neben Veränderungen in der Weiterführung der Stadtbibliothek brachte der Bürgermeister die Rede auf die Förderung des Sports. Diese soll aktiv weiter betrieben werden, mit dem Ziel, viele Eisenhüttenstädter in sportliche Betätigung zu führen. Die Mittel dafür seien im Haushaltsplan aufgestockt. Aber, wie Balzer versicherte, nicht auf Kosten anderer Bereiche.
Bereits seit dem 1. April finanziert die Stadt die Frühstücks- und Vesperversorgung in ihren Kindergärten, um allen Ganztagskindern eine ausgewogene und ausreichende Ernährung zu sichern. Im Hinblick auf ältere Bewohner der Stadt wurde mit den Stadtwerken die Vereinbarung getroffen, ab Mai einmal wöchentlich wieder ein Büro in der Lindenallee im Bereich der Tourismusinformation zu öffnen, um ihnen kurze Wege zu ermöglichen.
Wie bereits in anderen Orten, soll es künftig auch in Eisenhüttenstadt eine umzäunte Hundeauslauffläche geben. Fachkundige Hinweise zu deren Gestaltung kamen bereits vom Hundesportverein Fürstenberg. Nun wird eine Umfrage klären, ob dafür Bedarf besteht, und eine Fläche dafür sei in der Stadt bereits avisiert. Zur Stärkung des Sicherheitsgefühls der Bürger werden mit der Polizei Gespräche geführt und auf Basis der Auswertung von Statistiken Maßnahmen erarbeitet. Ein künftiger Präventionsrat habe die Aufgabe, Stadt, Land und Polizei an einen Tisch zu bringen, um gegen steigende Auto- und durch Migranten zunehmend verübte Ladendiebstähle vor zu gehen.
Auch innerhalb der Verwaltung will Balzer optimieren. So stehe die Auflösung eines Fachbereiches bevor. Kultur und Sport werden dem Fachbereich Bürgerservice von Martina Harz unterstellt und die Stadtentwicklung wird dem Fachbereich Bauen von Michael Reichl zugeordnet. Vor allem ein Thema, um das Frank Balzer als Bürgermeister nicht drumrum kommt, beschäftigt ihn: Wie soll zufriedenstellend mit den Altanschließern verfahren werden?