Ostbrandenburg (eb/geh). Der Bundeselternrat fordert, Schulen mit Migrationsfragen nicht alleine zu lassen.

Kinder, die kaum ein Wort Deutsch sprechen, stark traumatisierte geflüchtete Jugendliche und Familien unterschiedlichster Nationen, die das deutsche Schulsystem nicht verstehen - spätestens seit 2015 ist dies wieder bundesweite Realität in Klassenzimmern.  Zwei Jahre nach dem erneuten großen Zuzug durch Flüchtende werden Schulen bei der Bewältigung dieser Herausforderungen allein gelassen. Darunter leiden nicht nur die geflüchteten Kinder und ihre Familien, sondern alle an der Schule Beteiligten. Der Bundeselternrat empfindet diese Situation als unhaltbar. Er fordert die Landesregierungen der Bundesländer auf, entsprechendes Personal sowie Sach- und Finanzmittel für die Schulen zur Verfügung zu stellen. „Wir brauchen endlich multiprofessionelle Teams zum Beispiel aus Sprachlehrern, Schulsozialarbeitern, Sprach- und Kulturmittlern, Förderkräften, Psychologen und Integrationshelfern, die sich um alle Kinder kümmern. An jeder Schule. Es darf nicht sein, dass Schulleitungen, Lehrkräfte und Ehrenamtliche alleine für den Integrationserfolg sorgen müssen", so die Forderungen des Bundeselternrats im Rahmen der Herbstplenartagung 2017. Integration könne nur dann dauerhaft gelingen, wenn es verlässliche Unterstützungsstrukturen an allen Schulen gibt.
Damit nicht der Wohnort über die Integrationschancen von Schülern entscheidet, fordert der Bundeselternrat zudem einen Beschluss der Kultusministerkonferenz zu einer Beschulung geflüchteter Kinder vom ersten Tag an. Stephan Wassmuth, Vorsitzender des Bundeselternrats sagt: „Insbesondere in Zeiten von Steuerüberschüssen muss zusätzliches Geld dort investiert werden, wo die Zukunftschancen für alle unsere Kinder entstehen - in Bildung”.