S?ubice (kel). Zwei Gründe zum Feiern gab es für das Collegium Polonicum.

Das Akademische Jahr wurde eröffnet und vor 25 Jahren unterzeichneten die Bildungsminister Polens und Brandenburgs eine Vereinbarung über eine gemeinsame Lehr- und Forschungseinrichtung. Es war die Geburtsstunde des Collegium Polonicum. Der Name wurde später gewählt. Eltern sind die Europa-Universität Viadrina und die Adam-Mickiewicz-Universität (AMU).
„Wir wollten die endgültige Versöhnung zwischen Deutschland und Polen“, kommentierte der neue Rektor der AMU, Professor Andrzej Lesicki, die Entscheidung. Im Jahr 1992 erfolgte dann die Grundsteinlegung für das Unigebäude am Oderufer. 1998 begann der Lehrbetrieb. Seitdem absolvierten über 3200 Studierende die Universität. Neben Politikwissenschaft war besonders das Jurastudium gefragt. Sein Abschluss wird beiderseits der Oder anerkannt.
Seit 2012 gibt es ein deutsch-polnisches Forschungsinstitut. Wenn alle bürokratischen Hürden genommen sind, kann im kommenden Jahr eine gemeinsame Fakultät ihre Arbeit aufnehmen. Dies wäre beispielhaft für ganz Europa, sagte Professor Dr. Alexander Wöll, Präsident der Europa-Universität Viadrina. Die Zusammenarbeit mit der AMU wäre nicht wie bei anderen Projekten der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit vom Egoismus geprägt. Allen Beteiligten ginge es um die „gemeinsame Sache“.
Für „25 Jahre Einsatz um die deutsch-polnische Annäherung in Bildung und Kultur“ erhielt Dr. Krzysztof Wojciechowski, Chef des Collegium Polonicum, vom deutschen Verband polnischer Ingenieure und Techniker eine Medaille. Vor der Auszeichnungszeremonie eröffnete Rektor Lesicki in der Aula das neue akademische Jahr. Dazu schlug er ein vergoldetes Zepter auf die Tischplatte. Der erst seit Kurzem amtierende Rektor will sich für die „Integrität“ der AMU und für die „Freiheit der Forschung“ einsetzen, äußerte er in seiner Ansprache.
Nach dem Abspielen der polnischen Nationalhymne wurden die neuen Studierenden durch Studentenschlag, ähnlich dem Ritterschlag, immatrikuliert. Anschließend stellte Wojciechowski das Buch „Experiment und Wissen, 25 Jahre Collegium Polonium“ vor. Darin berichten Zeitzeugen über Hochs und Tiefs von der Gründung bis zur Gegenwart. Lesicki und Wöll erhielten die ersten Exemplare der Jubiläumsausgabe aus den Händen des Chefredakteurs Professor Stanis?aw Lorenc, ehemaliger Rektor der AMU. Auch der neue polnische Botschafter in Berlin, Andrzej Przy??bski, der unter den zahlreichen Gästen aus Wissenschaft und Politik weilte, erhielt ein Exemplar. Er arbeitete noch bis vor Kurzem als Professor an der Adam-Mickiewicz-Universität.