Frankfurt/Oder (kel). Am 15. Juli 1991 wurde die Europa-Universität Viadrina gegründet. Anlässlich des 25. Geburtstages fand im überfüllten Audi Max ein Festakt statt.

Gekommen waren die einstigen Rektoren Hans N. Weiler, Gesine Schwan und Gunter Pleuger. Der Gründungssenat erschien fast komplett. Die Mitglieder freuten sich über ein Gruppenfoto aus dem Jahr 1993, als sie „noch jung und schön“ aussahen.
„Der Gründungssenat hat die Uni erst zum Laufen gebracht“, würdigte der amtierende Uni-Präsident Alexander Wöll die Arbeit der Gründer. Im Publikum saß Brandenburgs Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Martina Münch. Sie lobte die Internationalität der Viadrina. Rund ein Viertel der Studierenden stamme aus dem Ausland. Mit Blick auf das Auseinanderfallen Europas sagte sie: „Hier an der Europa-Universität werden leidenschaftliche Europäer ausgebildet“. Frankfurts Oberbürgermeister Dr. Martin Wilke und Slubices Bürgermeister Tomasz Ciszewicz nahmen ebenfalls am Festakt teil. Die Uni hätte das Selbstbewusstsein der Frankfurterinnen und Frankfurter gestärkt, so Wilke.
Alexander Wöll pries die gute Zusammenarbeit zwischen Stadt und Uni. Erst kürzlich hätten sich Studierende am HanseStadtFest mit einem anspruchsvollen Programm beteiligt.
Die Festrede hielt der gebürtige Krefelder Politikwissenschaftler Hans N. Weiler. Er war von 1993 bis 1999 erster Präsident der Viadrina, kehrte damals von der renommierten Stanford Universität in den USA nach Deutschland zurück. „Von der besten zur interessantesten Universität“. Von ihm stände immer noch ein Reisekoffer im Büro der Viadrina. „Ich habe noch einen Koffer in Frankfurt“, sagte er schmunzelnd, „und nicht in Berlin“, auf das berühmte Lied anspielend.
Schwerpunkt seiner Rede bildete der augenblickliche Zustand des „europäischen Projekts“. Weiler kritisierte die Uneinigkeit der Europäer. „Sehr enttäuscht“ wäre er von der polnischen Regierung. Unter Freunden könne das gesagt werden. Für die Viadrina sollte die Krise eine Herausforderung sein. Denn „Europa braucht die Europa-Universität“. Weiler betonte, die Geschichte der Uni „ist eine Erfolgsgeschichte“. Aus ihr wäre viel mehr geworden, als er vor 25 Jahren dachte. Für seine Worte erhielt er lang anhaltende Standing Ovations.