Eisenhüttenstadt (hn). Am Totensonntag hatte das Bestattungshaus Geller zur traditionellen weltlichen Gedenkfeier in die Trauerhalle auf dem Inselfriedhof eingeladen.

Geschäftsführer Ralf Odoy hatte das Unternehmen Anfang des Jahres von der langjährigen Inhaberin Marianne Geller übernommen und führt diese von vielen nicht konfessionell gebundenen Menschen angenommene Tradition weiter. Viele Hinterbliebene kommen alle Jahre wieder, treffen sich mit Trauernden, die erst in diesem Jahr Freunde oder Angehörige verloren haben.
Weithin hörbar lud Trompeter Klaus Zippan zum Besuch der Feier ein - nicht nur jene, die die Dienste des Bestattungshauses in Anspruch genommen haben. Die Veranstaltung ist seit jeher für alle offen. Zur musikalischen Umrahmung trugen auch Jenny K und Annemarie Menzel bei. Titel wie „Du hast mich stark gemacht”, „Wär’ heut mein letzter Tag” und „Amazing Grace” standen auf dem Programm, das von Trauerredner Ingo Passow mit Worten gestaltet wurde.
Vom Zusammentreffen der Traurigkeit und der Hoffnung war da die Rede. Davon, dass viele in der Rasanz des Alltags vergessen oder es ablehnen, traurig zu sein, sich damit selbst die Möglichkeit nehmen, Abschied zu verarbeiten und mit neuem Mut und neuer Hoffnung ins eigene Leben zurück zu kehren. Ingo Passow ging auf die Bedeutung des Toten- beziehungsweise Ewigkeitssonntags ein, der 1816 von Friedrich Wilhelm III. eingeführt wurde, wahrscheinlich, weil es noch keinen Feiertag zum Gedenken an die Toten gab. Es wurde verboten, an diesem evangelischen Feiertag anderweitig zu feiern oder zu arbeiten. „Auf der ganzen Welt gibt es Bestattungsrituale und Abschiedszeremonien, die sich auf der einen Seite grundlegend unterscheiden und auf der anderen Seite gemeinsam sind. Und man will es nicht glauben, auch die Chinesen feiern diesen Tag”, so Passow.
Der Redner erläuterte, dass auf den Friedhöfen viele neue Formen des Abschiednehmens Einzug gehalten haben, von der Grünen Wiese über die Baum- und Friedwaldbestattung bis zum „Tree of Life”, einem Baum, der seine Nahrung aus der Asche nimmt und im eigenen Garten gepflanzt werden kann. Jeder Mensch, sagte Passow, brauche einen Ort zum Trauern, einen Ort, um etwas los zu werden und die Erinnerung heraus zu lassen. Die Menschen können dorthin gehen, um ihre Traurigkeit auszuleben oder sich zu überlegen, was werden soll, wenn sie einmal betroffen sind. Auch dabei gibt das Bestattungshaus Geller Unterstützung, hilft bei der Vorsorge und der Planung des eigenen Abschieds.