Frankfurt/Oder (daf). Das überbetriebliche Ausbildungszentrum Bauwirtschaft (ÜAZ) hatte vergangene Woche besonderen Besuch.

Zu Gast waren Alejandro Ferrer, Wirtschaftsattachée der Republik Panama, Prof. Ana Yansi Escobar, vom Bildungsministerium und Prof. Anibal Jaen, ebenfalls aus Panama. Bert Wibel, Berater für Entwicklungszusammenarbeit der IHK in Potsdam fungierte unter anderem als Übersetzer.
Ziel des Besuchs der Delegation aus Panama war, ein „tieferes Verständnis für Strukturen und Umsetzung der deutschen dualen Berufsbildung beziehungsweise die Übertragbarkeit der Strukturen” in ihrem Heimatort zu erhalten, wie Jörg Lehmann, Leiter des ÜAZ vorab sagte. So gibt es in Panama beispielsweise gar keine Ausbildungsmöglichkeiten. Entweder wird studiert oder es wird nach Schulabschluss sofort eine Arbeit aufgenommen. Das soll sich jetzt ändern. Die erste große Berufsschule ist bereits im Bau. Nun machen sich die Verantwortlichen Gedanken, wie die Berufsschule mit Leben und Inhalten gefüllt werden kann. Hierzu sollte der Besuch im ÜAZ dienen. Die Beteiligten haben sich gezielt Deutschland ausgesucht, um von dessem dualen System zu lernen. „Wir können von den Besten lernen“, schwärmte Prof. Ana Yansi Escobar vom Treffen. Das, was die Delegation vor Ort kennengelernt hat, möchte sie im eigenen Land anwenden. Dabei muss das „System der Berufsschule nun an Wert gewinnen“, so Alejandro Ferrer.
Viel Arbeit steht also noch bevor. Die Definition auszubildender Berufe, aber auch die rechtlichen Rahmen müssen ausgestaltet werden. Dazu gehört das Entstehen eines Berufsbildungsgesetzes. Unterstützung bekommt die Delegation aus Panama auch weiterhin vom Berufsförderungswerk. Die derzeitige Regierung hat im nächsten Jahr Zeit die gewünschte duale Ausbildung im eigenen Land zu implementieren und die ersten Grundlagen aufzubauen, ehe die nächste Regierungsbildung den Fortschritt weiter ausbaut.
In einem gesonderten Gespräch mit Karen Schmidt, aus dem Team International des Frankfurter überbetrieblichen Ausbildungszentrums,  wurde ein weiteres Projekt vorgestellt. In den vergangenen Jahren wurde mit Guatemala eine Berufsbildungspartnerschaft gebildet. In diesem Fall sind die Verantwortlichen inzwischen aber um einiges weiter. In Guatemala sollen in den zwei Berufsfeldern, Bau- und Ernährungstechnik, Ausbildungsmodule entwickelt und durchgeführt werden. Damit könnte der Tourismus vor Ort nachhaltig attraktiv gestaltet werden. Dieses Vorhaben wird bereits von der Baukammer, den Ministerien und Tourismusverbänden unterstützt. Hierzu ist geplant, dass eine deutsche Delegation im Juli 2018 nach Guatemala reist, um das Was und Wie zu klären. Dabei geht es um Themen wie die Ausbildung von Ausbildern, die Entwicklung von Lehrplänen und eines Konzepts für Ausbildungszentren. Der Wunsch der Organisatoren ist es, das Projekt im Herbst 2018 in Gang zu bringen.