Seelow (eb/geh). Der Beigeordnete Rainer Schinkel hat einen Fördermittelbescheid über 1,156 Millionen Euro an die Schöneicher-Rüdersdorfer Straßenbahn GmbH (SRS) übergeben.

Das Papier haben Geschäftsführer Detlef Bröcker und Betriebsleiter Sebastian Stahl im Beisein vom Wirtschaftsausschuss-Vorsitzenden im Kreistag, Bernd Sachse und der stellvertretenden Bürgermeisterin der Gemeinde Rüdersdorf, Petra Schulz entgegengenommen.
Die Förderung dient dem Erwerb einer dritten Niederflur Straßenbahn vom finnischen Hersteller Transtech Oy. Hierdurch kann der barrierefreie Betrieb auf der Strecke künftig gewährleistet werden. Zwei der finnischen Straßenbahnen vom Typ Artic sind bereits auf der Strecke im Einsatz.
Der Beigeordnete Rainer Schinkel erklärt hierzu: „Ob mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen. Der Fahrkomfort mit den neuen Bahnen steigt deutlich. Ich freue mich daher, dass der Kreistag die Mittel im April frei gegeben hat. Die Gelegenheit, mit dem Erwerb einer weiteren Straßenbahn aus Helsinki das Thema Barrierefreiheit mit der Umstellung auf Niederflurtechnik voranzubringen, kann die SRS nunmehr nutzen. Im derzeit laufenden Verkehrsfinanzierungsvertrag, der eine Laufzeit von 2010 bis 2024 hat, waren die Investitionen nicht vereinbart. Die bis 2022 festgeschriebene Landesförderung zur Herstellung der Barrierefreiheit bei Straßenbahnen hat uns diesen Spielraum eröffnet.“
Anfang April dieses Jahres hatte der Kreistag des Landkreises Märkisch-Oderland die Vergabe eines Zuschusses in Höhe von 1,156 Millionen Euro an die SRS beschlossen. Die SRS betreibt zwischen Friedrichshagen (Berlin) und Rüdersdorf (Märkisch-Oderland) die Straßenbahnlinie 88. Sie hat mit den Landkreisen Oder-Spree und Märkisch-Oderland sowie den Gemeinden Schöneiche bei Berlin und Rüdersdorf bei Berlin einen Verkehrsvertrag bis Ende 2024. In diesem Verkehrsvertrag ist die Beschaffung von Fahrzeugen nicht geregelt. Auf Grund der Neufassung des Personenbeförderungsgesetzes (PBefG) ist bis zum 1. Januar 2022 die Barrierefreiheit auch in den Fahrzeugen des ÖPNV herzustellen. Dazu stellt das Land Brandenburg bis Ende 2022 den Landkreisen in Brandenburg 48 Millionen Euro zur Verfügung.
„Durch diesen finanziellen Spielraum ist es möglich geworden, zwei Artic-Niederflurfahrzeuge zu beschaffen“, so Landkreis-Sprecher Thomas Berendt. Diese Investitionen habe Märkisch-Oderland mit 1.572.000 Euro gefördert - das entspricht 42,5 Prozent der Gesamtinvestition. Ein Fahrzeug wurde bereits geliefert, das zweite Fahrzeug folgt demnächst. Für die komplette Umstellung der Verkehrsleistung auf barrierefreie Niederflurtechnik werden jedoch drei Fahrzeuge benötigt.