Beeskow (daf). Eine fünfköpfige Jury verkündete den Namen des neuen Burgschreibers für die Burg Beeskow.

Insgesamt 15 Bewerbungen gingen bei der Jury um Bürgermeister Frank Steffen, Kulturjournalist Peter Liebers, den Burgschreiber von 2008, Ralph Hammerthaler, die Burgschreiberin 2017, Regina Hilber und die Schülerin der Rouanet-Gymnasiums, Hermine Kühl ein. Die Koordination der Juryarbeit oblag Carmen Winter, Leiterin der Schreibwerkstatt Beeskow in Zusammenarbeit mit Burgleiter Arnold Bischinger.
Das Burgschreiberstipendium erhielt nach dreistündiger Sitzung und Auswertung der jeweiligen Vita Sascha Macht. Der 1986 in Frankfurt (Oder) geborene Autor hat am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig studiert. Sascha Macht hat unter anderem zwei Romane veröffentlicht, bei verschiedenen Literaturzeitschriften mitgearbeitet und bereits einen Literaturpreis im Wettbewerb New German Fiction erhalten. Mit seinem Debütroman „Der Krieg im Garten des Königs der Toten” wurde er mit dem Silberschweinpreis ausgezeichnet. „Die Sprache hat mich gepackt. Und das Spiel mit dem Genre Literatur”, sagte Ralph Hammerthaler voll des Lobes. Die Jury-Mitglieder verglichen den 31-Jährigen sogar mit US-Regisseur und Drehbuchautor Quentin Tarantino. Der Autor arbeitet „überwiegend mit kurzen Sätzen”, was eine „gewisse Atemlosigkeit” hervorruft, wie Arnold Bischinger sagte.
Mit einem klaren Votum von vier zu eins wird Sascha Macht außerdem als jüngster Burgschreiber überhaupt sein Amt aufnehmen. Entgegen der Planung kann er es nicht Mitte September sondern erst Anfang November antreten, weil er ein Auslandsstipendium für Ungarn erhalten hat.
Für die Jury-Mitglieder war das Ergebnis sehr klar. Sascha Macht stand „über allen anderen Bewerbern”, nach Meinung der Jury. Ralph Hammerthaler ging sogar weiter und war sich sicher: „Der wird sicher noch berühmt.”
Sascha Macht selbst sagte auf Nachfrage der OderlandSpiegel-Redaktion: „Ich freue mich sehr auf die Zeit als Burgschreiber, weil sich mir damit die tolle Gelegenheit bietet, meine Art zu schreiben und meine Vorstellungen von Literatur den Leuten in meiner Heimat nahezubringen, einer außergewöhnlichen Region, in der vielleicht nicht immer alles rund läuft, die aber von ganz bedeutenden Mentalitäten geprägt ist: Aufmerksamkeit und Interesse der Menschen füreinander, Einfallsreichtum in guten und schwierigen Zeiten, unstillbare Neugier, Lust am Quatsch machen. Damit bin ich hier groß geworden, und davon zehrt meine Literatur bis heute”.
Das Amt des Burgschreibers ist mit einem monatlichen Förder-stipendium von 750 Euro verbunden.
Während seines Aufenthalts wohnt der gebürtige Frankfurter mietfrei in einer Wohnung auf der Burg Beeskow. Vom Burgschreiber wird neben seiner literarischen Tätigkeit erwartet, dass er für die Dauer des Stipendiums vor Ort präsent ist, Lesungen in der Region gestaltet und für Gespräche und Workshops zur Verfügung steht. Außerdem begeht der Landkreis Oder-Spree in diesem Jahr sein 25-jähriges Jubiläum. Sascha Macht ist eingeladen, das Jubiläum literarisch zu begleiten und neben eigenen Arbeitsvorhaben während seiner Amtszeit so genannte „Burgprotokolle” zu verfassen, die im Rahmen der Abschlusslesung öffentlich vorgestellt werden. Die Amtszeit für Sascha Macht endet im März 2019.