Ratzdorf (hn). Deutsche und polnische Kochlehrlinge trafen sich zum Projekt „Grenzübergreifende Bildung für die Branchen Gastronomie und Lebensmittel im deutsch-polnischen Grenzgebiet“ zu einer Kochwerkstatt der besonderen Art.

Initiiert wurde diese kulinarische Zusammenkunft von der Europäischen Union und umgesetzt vom QCW Eisenhüttenstadt und der Vereinigung der Schulen der Gastronomie in Gorzow.
Die Outdoorküche stand im Mittelpunkt der Bildung und des Erfahrungsaustausches, wobei beide Seiten Kreationen ihrer nationalen Küche offerierten. Sowohl hierzulande als auch im Nachbarland stehen Grillen und Kochen in der freien Natur hoch im Kurs. Alles soll einfach und mit möglichst wenigen Zutaten erfolgen, schmackhaft und in kurzer Zeit herstellbar sein.
So standen Fleisch- und Fischzubereitung, das Selbstbacken von Brot, die Herstellung von Wurst und die Zubereitung von Fleisch im Beefer auf dem Programm. Unterstützt wurde die Aktion von der Gemeinde Neißemünde, deren Bürgermeisterin Ute Petzel unbürokratisch den zur Zeit unbewirtschafteten „Oderblick“ zur Verfügung stellte und der Agrargenossenschaft Neuzelle, in deren Landfleischerei die Lehrlinge viel Interessantes über die Weiterverarbeitung geschlachteter Tiere erfuhren.
„Zum Workshop gehörte auch ein Sprachkurs, worin die Lehrlinge Wörter aus der jeweils anderen Sprache lernten“, sagte Projektleiter und Küchenmeister Torsten Kleinschmidt, Leiter des Ausbildungsrestaurants des QCW bei ArcelorMittal. „Wir machen heute etwas, das normalerweise im Sommer stattfindet und haben dazu Gäste aus der Hotelfachschule Gorzow eingeladen.“
Es sei ein langer Weg gewesen, das von den polnischen Partnern auf den Weg gebrachte Projekt aufzustellen, die Bürokratie der EU zu durchlaufen und im symbolträchtigen Ort Ratzdorf, einem Ort der Begegnung zu starten. „Mit diesem Projekt wollen wir den Lehrlingen auch zeigen, wie Events vorbereitet werden können und die Partyküche nicht nur aus kalten Platten und Salattellern bestehen muss“, so Kleinschmidt. „Und Grillen sowie Kochen im Freien soll nicht nur dem Sommer vorbehalten bleiben“, meint der Küchenmeister.
Bürgermeisterin Ute Petzel freute sich über die Aktion in ihrem Dorf, fand das Anliegen von Torsten Kleinschmidt ganz toll und sagte zu, auch weitere deutsch-polnische Projekte zu unterstützen. Gerade junge Leute sollten für die Zusammenarbeit beider Seiten gewonnen werden, und dies hier sei ein interessanter Anfang. Dabei äußerte sie die Hoffnung, es würde sich angesichts der bevorstehenden Tourismussaison auch endlich wieder ein Pächter oder eine Pächterin für die Gaststätte finden.