Eisenhüttenstadt (hn). Die Brandenburgische BKK übergab an das Rathaus und die Alten- und Pflegeheim Eisenhüttenstadt GmbH Defibrillatoren zur Ersten Hilfe bei Herzstillstand.

Diese Geräte werden an gut und für jedermann sichtbarer Stelle installiert und sind dank ihrer Selbsterklärungsfunktion auch von jedem medizinischen Laien bedienbar. Als Sachkundiger begleitete Dr. med. Peter Matthees, Leiter der Notaufnahme im Städtischen Krankenhaus, die Übergabe.
„Ein kleines Gerät hilft Leben retten”, sagte Kathrin Wormann, Vorständin der Brandenburgischen BKK, anlässlich der Übergabe an Bürgermeister Frank Balzer und Gerlinde Fürstenberg, Geschäftsführerin des Alten- und Pflegeheimes. „Jährlich gibt es in Deutschland zirka 50.000 Herzinfarkte außerhalb eines Krankenhauses. Und wenn der Kreislauf aussetzt hat das Gehirn noch drei Minuten, bevor es irreparabel Schaden nimmt”, erklärte Wormann den Anwesenden.
Im vergangenen Jahr startete die Brandenburgische BKK unter dem Motto „Herzenssache” eine Aktion zum Kampf gegen den Herzinfarkt. Etwa 2.200 Erwachsene und auch Kinder in Unternehmen und Schulen haben in diesem Rahmen an einem Reanimationstraining teilgenommen. Diese Unterweisung soll in diesem Jahr fortgesetzt werden. Kathrin Wormann hoffe, dass bereits im Sommer 2019 allen Eisenhüttenstädtern ein öffentliches Reanimationstraining angeboten werden kann. Dafür werden noch Unterstützer gesucht. „Ich hoffe, die Defibrillatoren können Leben retten. Noch mehr hoffe ich, dass sie nicht zum Einsatz kommen”, so die BKK-Vorständin, die den bereits unterwiesenen Ersthelfern alles Gute wünschte.
Eisenhüttenstadts Bürgermeister Frank Balzer, selbst Ersthelfer, bedankte sich bei Kathrin Wormann und berichtete, er selbst hätte so ein Gerät bereits ausprobieren können. Die Verwaltung als Einrichtung mit viel Besucherverkehr wäre der richtige Ort zur Installation, der Personalrat stünde hinter dieser Entscheidung, die auch im Rahmen der innerbetrieblichen Gesundheitsvorsorge getroffen worden war. Er versprach, auch die geplante Eisenhüttenstadt-Aktion zu unterstützen.
Nach der Übergabe der Geräte nutzte Dr. Matthees die Gelegenheit, auf die Notwendigkeit schnellen Eingreifens bei Herzstillstand hinzuweisen. „Viele machen in einer solchen Situation gar nichts, weil sie Angst haben, etwas falsch zu machen”, stellte er fest. „Aber als Helfer kann man nichts falsch machen, entscheidend ist, zu helfen”, versicherte der Experte. Wichtig wäre dabei, die Angst zu überwinden. Keinem Helfer werde ein Vorwurf gemacht, wenn die Wiederbelebung nicht gelingt.