Manschnow (eb/geh). Die Bürgerinitative B1 brachte kürzlich Banner als sichtbaren Protest gegen die unkoordinierte Erneuerung der Grenzübergangsbrücke in Küstrin-Kietz an.

Unterstützung erhielt sie dabei von Einwohnern aus Manschnow,  Küstrin-Kietz, Golzow, Letschin, Vierlinden, Jahnsfelde und Hoppegarten bei Müncheberg. Anwesend waren auch die Amtsdirektorin von Seelow Land, Roswitha Thiede sowie der Amtsdirektor vom Amt Golzow, Lothar Ebert.
„Die Bürgerinitiative B1 begrüßt den Neubau der Oderbrücke”, so Raimar Wendland, Sprecher derBürgerinitiative. Die neue Oderbrücke sei wichtig für die regionale Wirtschaft, aber auch für den Tourismus. Nur: Busse dürfen seit 2013 nicht mehr über die Oderbrücke in Küstrin-Kietz fahren. Die Mitglieder der Bürgerinitiative sprechen sich dafür aus, dass der Zielverkehr über die Brücke rollen soll, der Transit-Schwerlast-Verkehr aber auf die Autobahn verlagert wird. Die neue Brücke sollte als Ausweichvariante für den Schwerlast-Transit-Verkehr genutzt werden, sofern die Brücke in Frankfurt (Oder) nicht geeignet ist.
Zu Beginn der Protestaktion machte Wendland in einer Stellungsnahme auf das Ziel der Bürgerinitiative aufmerksam. Seine Rede schloss er mit den Worten: „Es darf kein 40-Tonner im Transitverkehr durch unsere Dörfer rollen.“ Das brachte ihm viel Applaus und zustimmendes Kopfnicken ein. In einer Diskussionsrunde äußerten die Anwesenden ungeniert ihre Gedanken, Sorgen und Befürchtungen, die beim Thema Schwerlast-Transit-Verkehr aufkommen.
Das Banner, das in Manschnow an der B1 aangebracht wurde, war erst der Anfang. Inzwischen sind sie für Reisende, die auf der B1 zwischen Manschnow bis nach Hoppegarten bei Müncheberg unterwegs sind, nicht mehr zu übersehen. Und auch in Letschin ist eine Protestaktion geplant. Ab 2025 soll die neue Oderbrücke in Küstrin-Kietz fertig gestellt werden und dann ohne Tonnagebegrenzung für den Güterverkehr befahrbar sein. „Die B1 wird den dann zu erwartenden  Verkehr nicht aufnehmen können”, befürchtet Wendland. Die jetzige Brücke ist nur bis 7,5 Tonnen befahrbar. Laut einer ersten Prognose des Infrastrukturministeriums werden mit der Öffnung der neuen Brücke in 2025 zusätzlich mehr als 8.000 Fahrzeuge darunter 2.500 Schwerlast-Lkw im Transitverkehr die B1 nutzen.
Die Bürgerinitiative fordert, dass mit dem Bau der Brücke ein Ausbau der B1 erfolgen muss. Dörfer, die keine Ortsumgehungen haben, müssen eine bekommen. Gefordert werden zwei Spuren plus eine sowie Standflächen für Laster. Denn die Ruhezeiten einzuhalten, ist für Trucker an der B1 nicht möglich. Durch die Öffnung der neuen Grenzbrücke ab 2025 darf es zu keiner stärkeren Belastung der Anwohner der B1 kommen.
Weil sämtlicher Transit-Schwerlastverkehr, der von Kostrzyn aus auf die A12 möchte, in Deutschland die B1 und die B112 und nicht die polnische Seite nutzen wird, befürchtet die Bürgerinitiative Stau bereits an der Ampelkreuzung in Manschnow. Raimar Wendland: „Die Linksabbiegerspur auf der B1 in Richtung B112 ist nur sehr kurz ausgebaut. Ob diese sich verlängern lässt ist fraglich.“ In umgekehrter Richtung werde es vermutlich nicht anders aussehen. Viele Anwohner sehen daher die Gefahr, nicht mehr von ihren Grundstücken oder aus den untergeordneten Straßen auf die B1 zu kommen. Wendland könnte weitere Gründe aufzählen, die gegen einen Ausbau der Brücke sprechen.
Darüber sprach er mit Gästen des Jubiläumsfestes des Amts Küstriner Vorland. Gleichzeitig warb Wendland um Unterstützung für das Anliegen der Bürgerinitiative. In drei Stunden kamen 140 Unterschriften zusammen.