Frankfurt/Oder (geh). Im Juni wurde durch die Stadtverordneten eine neue Straßenbausatzung beschlossen.

Daran hatte die Bürgerinitiative Paulinenhofsiedlung maßgeblichen Anteil. Detlef Bedurke: „Vorausgegangen waren unsererseits mehrere Anfragen und Stellungnahmen zur Problematik der Grundsanierung unserer Straßen in Ausschüssen und bei der Stadtverordnetenversammlung. Darüber hinaus haben Gespräche mit dem Oberbürgermeister Dr. Wilke und mit Politikern unserer Stadt dazu geführt, dass eine Änderung erwirkt werden konnte”. So beinhaltet die neue Straßenbausatzung, dass Anwohnerbeiträge für Anliegerstraßen abgesenkt werden - von bisher 70 Prozent auf  60 Prozent. „Vorgesehen war dem Vernehmen nach eine Erhöhung auf bis zu 80 Prozent”, teilte Bedurke seinen Mitstreitern während ihrer Zusammenkunft im Billardcafé Westend mit.
Zukünftig sind alle Beitragspflichtigen schon in die Planung einer Baumaßnahme einzubeziehen und schriftlich über mögliche Kosten zu informieren. Den Anwohnern  wird die Möglichkeit gegeben, Stellung zu nehmen, Einwände zu äußern sowie Vorschläge einzubringen. Außerdem sind sie nun berechtigt, in Unterlagen zum Stand der Planungsphase sowie Architekten- und Ingenieurleistungen einzusehen. Wenn die Mehrheit der Anwohner innerhalb eines Monats nach Zugang der Mitteilung über Ausbaumaßnahmen schriftlich widerspricht, ist eine Entscheidung der Stadtverordneten über das Bauvorhaben herbeizuführen.
„Neu”, so Bedurke, „ist auch die Frist für Zahlungen der Anwohneranteile”. Bisher waren Beitrag und Vorausleistungen einen Monat nach Bekanntgabe des Abgabenbescheides zu zahlen. Jetzt werden diese Beträge erst drei Monate nach Bekanntgabe des Abgabenbescheides fällig.
Dass Denkmalschutzbereiche bei Aus- und Umbaumaßnahmen von Straßen besonders berücksichtigt werden und ihr Erhalt als von kulturhistorischem Interesse der Stadt angesehen wird, konnte in der neuen Straßenbausatzung nicht durchgesetzt werden. Detlef Bedurke dazu: „Jedoch hat Oberbürgermeister Dr. Wilke wiederholt ausgesprochen und der Bürgerinitiative Paulinenhofsiedlung schriftlich mitgeteilt, dass für die Baumaßnahmen in der Paulinenhofsiedlung von einer Einzelfallentscheidung auszugehen ist”.
In den Jahren 2016 und 2017 hat sich die Bürgerinitiative, der Detlef Bedurke, Lothar Marchewski, Jutta Krüger, Horst Fenner, Stefan Paek, Torsten Aumann, Helmuth Labitzke, Heinz Flügge und Elke Thiele angehören, nicht nur mit Abgeordneten, der Stadtverwaltung, Sachverständigen, dem Leiter des Tiefbauamtes, der Denkmalschutzbehörde und dem Denkmalbeirat vor Ort getroffen und diskutiert, sondern zum Nachdenken über Reparatur statt Grunderneuerung in ihrem Viertel angeregt. „Vorgesehene Maßnahmen der Grundsanierung hätten die mögliche Schädigung der Bausubstanz unserer Häuser zur Folge, die bekanntlich ohne Fundamente errichtet wurden”, erklärt Bedurke. Eine Grundsanierung sei vorerst vom Tisch, nach technologisch vertretbaren Verfahren werde gesucht. Während der Versammlung im Westend brachte Detlef Bedurke das Resultat der jahrelangen Bemühungen auf den Punkt: „Unser Handeln, im Interesse aller Anwohner der Siedlung, hatte sichtlich Erfolg. Wir werden uns weiter für Reparaturen unserer Straßen einsetzten”.