Ostbrandenburg (eb/geh). Sonne, steigende Temperaturen und lange Wochenenden - die Badesaison hat begonnen. Damit steigt auch das Risiko von Unfällen.

„Bitte lassen Sie Ihre Kinder am Wasser niemals unbeaufsichtigt und klären sie ältere Kinder und Jugendliche über die Gefahren am und im Wasser auf”, appelliert Sven Kobelt, Landesleiter der DRK-Wasserwacht Brandenburg an alle Eltern und Großeltern, aber auch Lehrkräfte.
In Potsdam gab es in dieser Saison schon die ersten Einsätze: wegen technischer Hilfe an Sportbooten, im Rahmen des Natur- und Gewässerschutzes und zur Unterstützung des Rettungsdienstes - die Aufgaben der Wasserwacht sind vielfältig.
An der „kleinen Ostsee“, dem Helenesee in Frankfurt (Oder), haben DRK-Helfer den Wasserwachtturm und die Station auf Vordermann gebracht, die Ausrüstung gecheckt und Erste-Hilfe-Materialien kontrolliert und gegebenenfalls aufgefüllt. Die Boote sind gewartet und einsatzbereit, die Badeplattformen und die Markierungen für den Nichtschwimmerbereich auch wurden montiert und im See verankert. „Wir sind im ganzen Land gut vorbereitet. Die Saison kann starten“, sagt Kobelt.
Damit alle die Badesaison unbeschwert genießen können, fordert die DRK-Wasserwacht die Brandenburgerinnen und Brandenburger auf, die Baderegeln zu beachten: „Nichtschwimmer oder ungeübte Schwimmer sollten nur an bewachten Badestränden im gekennzeichneten Nichtschwimmer-Bereich baden. Generell gilt: Niemals alleine schwimmen gehen“, warnt Kobelt. Viele Schwimmer würden ihre Leistungen überschätzen oder Distanzen falsch beurteilen und den Weg zurück ans rettende Ufer nicht schaffen.
Markus Ostermeier, stellvertretender Bundesleiter der Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes weist noch auf ein anderes Problem hin: „Besonders gefährlich ist die Tatsache, dass in Deutschland viele Kinder nicht mehr richtig schwimmen lernen. Wir brauchen dringend mehr bezahlbare Bäder und Schwimmhallen, um Unterricht zu erteilen”. Laut einer aktuellen Studie der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen seien rund 600 Bäder von einer Schließung bedroht, allein in diesem Jahr sollen 67 Bäder deutschlandweit dicht machen. Die vielen Spaßbäder und die vielen sanierungsbedürftigen Bäder würden kaum Möglichkeiten bieten, Schwimmunterricht zu erteilen. „Wenn das so weitergeht, werden unsere Kinder und Jugendlichen bald nicht mehr gut genug schwimmen können“, befürchtet Ostermeier. „Außerdem überschätzen sich immer mehr Senioren. Besonders zu Saisonbeginn besteht die Gefahr, dass sie Distanzen falsch beurteilen und beim Baden im See nicht den Weg zurück ans rettende Ufer schaffen. Diese Selbstüberschätzung kann tödlich enden“, so Ostermeier.
Auf www.drk-brandenburg.de finden Interessierte Tipps für unbeschwertes Badevergnügen für Schwimmkurse der Wasserwacht.