Frankfurt/Oder (daf). Der insgesamt fünfte Camp-Stahl-Stützpunkt wurde in Frankfurt (Oder) eingeweiht.

Dieser Stützpunkt befindet sich in der Judohalle des PSV Frankfurt (Oder) e.V., der Sporthalle auf dem Gelände des Internationalen Bundes. Es ist Carsten Stahls erster Stützpunkt in Brandenburg.
Der Kampfsportler, der vielen durch das TV-Programm „Privatdetektive im Einsatz” auf RTL2 bekannt ist, setzt damit ein weiteres Ausrufezeichen gegen Mobbing, Gewalt, Drogen und Vorurteile.
Die Begrüßung von Carsten Stahl war gewohnt laut und bestimmend. Das ist mitunter auch seine Philosophie. Denn wie er sagte: „Wenn man etwas verändern will, muss man seine Stimme erheben.” Trotz seines auffälligen Äußeren, übersät mit Tattoos und unzähligen Muskeln, und seiner dominanten Art, gibt sich der zweifache Papa dennoch bescheiden. „Ich mag das Wort Prominent nicht. Beim Wort Star will ich mich übergeben.” Diesen Umstand verdankt der ehemalige TV-Detektiv auch seinem schwierigen Leben.        Er selbst gab zu, einen „falschen Weg eingegangen” zu sein und betont, viel in seinem Leben gelitten zu haben. Kaum zu glauben, aber der aus Berlin-Neukölln Stammende hatte in seiner Kindheit auch mit Mobbing, Gewalt und Beleidigungen zu tun.
Dabei erzählte Carsten Stahl von einem sehr bewegenden Erlebnis, als er als Zehnjähriger von einer Handvoll größerer Jungs in eine Grube geschmissen und anschließend von denen angepinkelt wurde. Ein weiteres tragisches Erlebnis, was nicht dem Kampfsportler selbst, sondern seinem Sohn widerfahren ist, dokumentierte er auch. So kam sein Sohn nach gerade einmal zwei Tagen Grundschule in Berlin mit einem blauen Auge und einer aufgeplatzten Lippe nach Hause. Diese Erfahrung brachte dem Vater dazu, den Mut aufzubringen und „All-In zu gehen”.
Seit nun drei Jahren setzt sich Carsten Stahl an Berliner Schulen gegen Mobbing und Gewalt ein. In Frankfurt (Oder) war er einen Tag vor der Einweihung des Stützpunktes an der Friedensschule zu Gast.
Hierzu berichtete er gemeinsam mit der Schuldirektorin Adrienne Spohn, der Klassenlehrerin der 5b, Arite Gahr und zwei Schülern der Klasse über seinen Besuch.
Carsten Stahls Aura und Methodik, die eben nicht nur mit lauter, sondern auch mit leiser Stimme funktioniert, haben dabei die Klasse der 5b zusammengerüttelt.
Denn wie sich beim Besuch des Anti-Mobbing-Spezialisten herausstellte wurde besonders ein Schüler von der Klasse ausgeschlossen, nämlich Conner. Am Ende dieser gemeinsamen Stunden sei die Klasse zusammengerückt. Es fielen ehrliche Worte und auch Tränen der Erleichterung seien geflossen. Das ging auch an der Klassenlehrerin, Arite Gahr nicht spurlos vorbei. Ein Mitschüler von Conner und Conner selbst bedankten sich beim zweifachen Papa Carsten Stahl für seine Hilfe.
Dieser betonte erneut, dass ein Vorbild nicht wegschaue. Er räumte außerdem ein, die Vergangenheit nicht ändern zu können, aber die Zukunft der Kinder verbessern zu wollen.
Der Oberbürgermeister Dr. Martin Wilke und die Innenstaatssekretärin sprachen auch einige Worte und bedankten sich bei Carsten Stahl für seine Unterstützung und sein Engagement. „Die Kinder sind unsere Zukunft”, so das Stadtoberhaupt. Sein Beigeordneter Jens-Marcel Ullrich pflichtete ihm bei. Solche Präventionsmaßnahmen werden vom Land Brandenburg unterstützt. Katrin Lange dazu: „Die Landesregierung unterstützt dieses ungewöhnliche Präventionsprojekt in den Brandenburger Schulen mit 15.000 Euro und ich wünsche mir, dass möglichst viele Schulen mit vielen jungen Menschen davon profitieren können.“
Auf Unterstützung kann Carsten Stahl auch nach dem HeleneBeachFestival hoffen. Veranstalter Daniel Grabow will unter den V.I.P.-Gästen und den Künstlern Geld für das Camp Stahl und für die LöwenKinder einwerben. Als der Festivalverantwortliche vorige Woche die offiziellen Fördervereinbarungen von den Stadtwerken und der Sparkasse Oder-Spree in Empfang nahm, hatte er sein Vorhaben offiziell angekündigt. Um dem Nachdruck zu verleihen, waren auch Carsten Stahl und Kati Karney, Vereinsvorsitzende der Löwenkinder eingeladen. Gil Pönitzsch, Direktor der Direktion Ost bei der Sparkasse Oder-Spree und Jörg Neuhaus, Geschäftsführer der Stadtwerke zeigten sich begeistert von dieser Spendenaktion, die nun schon Tradition hat.