Eisenhüttenstadt (hn). Die SPD Eisenhüttenstadt hatte zu ihrem traditionellen Neujahrsempfang in die Kleine Bühne des Friedrich-Wolf-Theaters eingeladen.

Ingrid Siebke, Vorsitzende der Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung, begrüßte die Gäste, darunter der stellvertretende Landrat Rolf Lindemann und der SPD-Unterbezirksvorsitzende und Bürgermeister von Beeskow, Frank Steffen.
In ihrer Begrüßungsrede gab Siebke ihrer Bestürzung um den kürzlichen Tod des Eisenhüttenstädter Musikers und Mitinitiators der allweihnachtlichen Snowy-Revue Axel Titzki Ausdruck: „Er gehörte einfach zu uns, hatte immer neue Ideen und die Gabe, manche Dinge zu relativieren”. Beunruhigt zeigte sie sich über die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten und wünschte, dass die diesjährige Bundestagswahl nicht unter dem Credo „postfaktisch” stehen möge.
Frank Balzer, Kandidat der SPD zur Bürgermeisterwahl, stellte an sich die Forderung für seinen Wahlkampf: „Sei immer ein Spiegelbild dessen, was du gerne von anderen möchtest”. In seinem Rückblick bezüglich der letzten zwölf Monate, in denen unter anderen die langjährige Stadtverordnete Sylvia Strese krankheitsbedingt aus der Kommunalpolitik ausscheiden musste, beurteilte er unter anderem die Arbeit der Stadtverordnetenversammlung und kritisierte die polemische und oftmals von mangelnder Sachlichkeit geprägte Streitkultur.
Mit Axel Titzki habe er sich zum Brainstorming getroffen, was zur Folge hatte, dass der Verein Kulturwerkstatt Oder-Spree gegründet wurde. In seiner Funktion als Vorstand der Bürgerstiftung brachte Balzer Titzki auch mit dem Kinderzirkus Fantadu aus Wiesenau zusammen, so dass eine erfolgreiche Zusammenarbeit  bei der vergangenen Snowy-Inszenierung entstehen konnte. Ein Stück voran gebracht hätten Ingrid Siebke, Christel Perske und Rainer Werner die Arbeit des Ortsverbandes.
Zwischenzeitlich immer wieder auftretende schlechte Funkverbindungen zwischen Mikrofon und Lautsprecheranlage führte Frank Balzer darauf zurück, dass diese „wegen dem Fotoapparat” eines Fotografen zustande kamen, bis sich heraus stellte, dass es an der schlecht eingestellten Anlage lag.
Themen wie der Haushalt und dessen Sicherungskonzept, die Stadtbibliothek, Kitagebühren und Altanschließerbeiträge bestimmten die Fraktionsarbeit. Harsche Kritik äußerte Balzer gegen Bürgermeisterin Dagmar Püschel (Die Linke), der er vorwarf, in ihrer Neujahrsrede Mut zur Wahrheit gefordert zu haben, eine Forderung, die der AfD zuzuschreiben und damit rechtsextremistisch einzuordnen sei. Dem solle „entschieden gegen treten” werden, denn Wahrhaftigkeit und Mut zur Wahrheit sei etwas anderes. Eine Wahrheit können sich alle zurechtlegen wie sie wollen. Statt Wahrheit irgendwo zu definieren, sollen Kreativität und Handeln an den Tag gelegt werden. Ebenso stellte Balzer den laufenden ausgeglichenen Haushalt der Stadt als Leistung einer harten Arbeit der Verwaltung in Abrede, indem er ihn auf „glückliche Umstände” und „Entscheidungen Dritter” zurück führte.
Bezüglich seines Wahlkampfkonzepts nahm der Redner innerhalb seiner Vier-Pfeiler-Politik Beschäftigung, Bildung, Sicherheit und Gesundheit zu einer fast unüberschaubaren Vielzahl von Vorhaben Stellung, ohne jedoch einen konkreten Vorschlag zu deren Realisierung zu unterbreiten.
Gern ergriff Frank Steffen das Wort zu seinem Neujahrsgruß: „Ich verbinde mit diesem Raum hier Ragout Fin, Bier und schöne Zeiten, in denen ich manchmal ganz schön angeschlagen hier heraus gegangen bin”, erinnerte er sich. Er verwies darauf, dass kürzlich in Schöneiche ein SPD-Bürgermeister seine Tätigkeit aufnehmen konnte und wünschte, dies möge auch in Eisenhüttenstadt so sein. Kommunalpolitik vor Ort solle die Sorgen der Bürger ernst nehmen und alles daran setzen, Probleme kurzfristig zu lösen. Er selbst habe immer einen Notizzettel in der Tasche, um die Probleme der Bürger, die er beim Einkaufen trifft, aufschreiben zu können.