Frankfurt/Oder (geh). Zum Jahresempfang hatte vorige Woche die Frankfurter CDU in die Konzerthalle geladen. Als Gastredner reiste Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert an.

Die Reden Lammerts sind immer wieder ein Erlebnis. Der Bundestagspräsident schafft es, frei mehrfach verschachtelte Sätze zu sprechen, die am Ende Sinn ergeben. Das habe er sich schon in seiner Schulzeit von Heinrich von Kleist angenommen. Der Dichter und Martin Patzelt seien die zwei Männer, mit denen er Frankfurt (Oder) verbindet. Damit hatte er das Publikum in der gut gefüllten Konzerthalle sofort auf seiner Seite. Lammert ging in seiner Rede auf die Rolle Deutschlands in der europäischen Union ein, die mit dem angestrebten Austritt Großbritanniens noch bedeutender werden würde.
Bevor Dr. Lammert an das Rednerpult trat, begrüßte Ulrich Junghanns die Gäste. Der CDU-Fraktionsvorsitzende in der Stadtverordnetenversammlung dankte Katharina Patzelt, dass sie an ihrem 47. Hochzeitstag gemeinsam mit ihrem Mann zum Jahresempfang der CDU gekommen war. Für Martin Patzelt war es ein Muss, an diesem Abend da zu sein. Der CDU-Mann wird wieder als Direktkandidat zur Bundestagswahl antreten. Junghanns bezeichnete den früheren Frankfurter Oberbürgermeister als authentisch und als jemanden, der seine Parteikollegen „manchmal ganz schön gestresst hat”. Patzelt sagte in seiner kurzen Ansprache: „Wir machen pragmatische Politik und suchen jeden Tag das, was das Beste ist”. Für ihn hat es die CDU in der Vergangenheit immer wieder verstanden, eine Partei der Mitte zu sein.
Der Landeschef der CDU, Ingo Senftleben ist von Ulrich Junghanns mit den Worten: „Das ist der Mann, auf den wir bauen, wenn es um die Kreisfreiheit unserer Stadt geht” angekündigt worden. Senftleben gab mit seinem Besuch in Frankfurt (Oder) den Auftakt zum Bundestagswahlkampf. Er kritisierte die Landesregierung in Sachen Kreisgebietsreform, wollte ihr aber gleichzeitig auch danken. Denn für Senftleben steht fest: „Sie hat den Stolz der Frankfurter so richtig geweckt und erreicht, dass die Einwohner dieser Stadt näher beieinander sind als vor der Debatte zur Reform”. Enttäuscht zeigte sich Senftleben davon, dass die Regierungsfraktionen das Anliegen der Brandenburgerinnen und Brandenburger, dass sich in den geleisteten Unerschriften ausdrückt, abgelehnt haben. Er versprach, so lange gegen die Kreisreform zu arbeiten, bis die Regierung von diesem Vorhaben ablässt. „Wir sind dafür, dass Frankfurt (Oder) kreisfrei bleibt. Ihr habt es verdient”, so Senftleben. Er kündigte an, das Volksbegehren starten zu wollen und somit „Votum gegen die Bevormundung aus Potsdam” einzulegen.
Nachdem der offizielle Teil des CDU-Jahresempfangs vorbei war, folgte Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert gern der Bitte des OderlandSpiegels, die große CDU-Torte, die das Buffet dominierte, anzuschneiden.
Im weiteren Verlauf des Abends standen die Redner für Gespräche zur Verfügung. Dieses Angebot hatte Ulrich Junghanns schon zu Beginn gemacht, und es wurde von den Gästen, zu denen unter anderem Hanseclub-Geschäftsführerin Ursula Jung-Friedrich und Jochem Freyer, Chef der Frankfurter Arbeitsagentur gehörten, gern angenommen.