Frankfurt/Oder (eb/geh). Die Frankfurter Wasser- und Abwassergesellschaft mbH (FWA) führt seit April verschiedene Baumaßnahmen durch. Weil sich Trinkwasserleitungen zugesetzt haben, werden sie nun ausgetauscht.

In der Sophienstraße werden 300 Meter einer Graugussleitung aus dem Jahr 1880 durch eine PE-Leitung ersetzt und das zur Hälfte in geschlossener Bauweise. Außerdem werden 14 Hausanschlüsse erneuert und an die neue Leitung umgebunden. Im August sollen die Arbeiten fertig sein.
Eine offene Baugrube können die Anwohner der Bischofstraße bereits sehen. Dort finden derzeit vorbereitende Maßnahmen für die Auswechslung einer Trinkwasserleitung aus Grauguss (Baujahr: 1883) auf 145 Metern Länge statt. Wie bei allen Arbeiten im Stadtzentrum müssen hier im besonderen Maße archäologische Bestände berücksichtigt werden. Diese werden derzeit dokumentiert. Die Arbeiten sollen noch rechtzeitig zum HanseStadtFest abgeschlossen sein.
Auch in der Schubertstraße werden die Bauarbeiten archäologisch begleitet. Nach einigen Rohrbrüchen und Druckmangelerscheinungen werden mehr als 700 Meter einer Asbest-Zement-Leitung aus dem Jahr 1977 in vorwiegend geschlossener Bauweise durch eine PE-Leitung ersetzt. Zudem werden bis voraussichtlich August 2019 elf Hausanschlüsse neu gebaut und 27 weitere an die neue Leitung angebunden.
Im Spätsommer ist im Wulkower Weg (Hexenberg) in Kliestow die Auswechslung einer Stahlleitung aus dem Jahr 1949 auf 350 Metern Länge vorgesehen. Bis zum Ende des Jahres müssen im Anschluss 18 Hausanschlüsse an die 250 Meter lange neue PE-Leitung umgebunden werden.
„Auf Verkehrseinschränkungen und halbseitige Sperrungen müssen sich Anwohner in Hansa Nord ab Mai 2019 einstellen“, kündigt Anne Silchmüller, Sprecherin der FWA, an. Dort werden Niederschlagswasserleitungen erneuert. Die geplanten Sanierungsmaßnahmen betreffen die Beckmannstraße, Bergstraße, Finkensteig, Goepelberg, Hamburger Straße, Lennéstraße, Pflaumenweg, Prager Straße, Richtstraße, Rostocker Straße, Seelower Kehre, Sonnensteig, Warschauer Straße, Moskauer Straße und die Witebsker Straße. Im Neubaugebiet stammen die Leitungen aus den Jahren 1970/71, im Altbaugebiet wurden sie bereits zwischen 1910 und 1935 verlegt. „Zunächst werden die Kanäle mit einer Kamera befahren, um alle Schäden festzustellen. Anschließend entfernt ein Fräsroboter Unebenheiten und einragende Hindernisse. Erst dann kann ein Inliner-Schlauch aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) eingezogen werden“, erklärt Anne Silchmüller die Prozedur. Diese Arbeiten werden in jeder Straße jeweils ein bis zwei Tage in Anspruch nehmen. Bis voraussichtlich April 2020 werden insgesamt mehr als 2.700 Meter Regenwasserkanal erneuert. Gleiches gilt für die Nuhnenvorstadt im Gebiet der Albert-Fellert-Straße, Friedrich-Ebert-Straße, Beethovenstraße, Immenweg, Schalmeienweg, Witzlebenstraße, Max-Hannemann-Straße, Georg-Richter-Straße, Paul-Trautmann-Straße, Nuhnenstraße und August-Bebel-Straße. Auch hier wird es ab Mai 2019 aufgrund von Sanierungsarbeiten an den Niederschlagswasserkanälen aus den Jahren 1925 bis 1938 zu temporären halbseitigen Sperrungen bis ins nächste Jahr hinein kommen.
Dem Abwasserpumpwerk Lillihof steht ein komplexer Umbau bevor. Es wurde Mitte der neunziger Jahre gemeinsam mit dem Medienring errichtet und transportiert die Schmutzwässer der umliegenden Gemeinden Jacobsdorf, Biegen und Pillgram sowie Gewerbegebiete Expopark Jacobsdorf und Tank- und Rastanlage BAB A12 Biegener Hellen weiter zur Kläranlage Frankfurt (Oder).
Neben der völligen Erneuerung der technologischen Ausrüstung, dem Einbau energieeffizienterer Pumpen und einer neuen elektronischen Steuerung, werden unterirdisch zwei neue Staukanäle mit einem Durchmesser von 2,20 und 2,60 Meter errichtet, um 200 Kubikmeter zusätzlichen Abwasserspeicherraum zu schaffen und damit bei Starkregenereignissen illegal eingeleitetes Niederschlagswasser puffern und kontrolliert der Kläranlage zuleiten zu können.