Ostbrandenburg (eb/geh). Die Frauen Union der CDU Deutschlands feierte kürzlich ihr 70-jähriges Jubiläum mit 440 engagierten Frauen am Gründungsort Frankfurt am Main.

Stolz blickten die Frauen zurück auf 70 Jahre Politik von und für Frauen. Zu den Festrednerinnen zählten neben der Bundesvorsitzenden der Frauen Union und Bundestagsabgeordneten Annette Widmann-Mauz auch die Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel. Die Brandenburger Frauengruppe, die mit ihrer Landesvorsitzenden, der Landtagsabgeordneten Kristy Augustin angereist war, erlebte ein inspirierendes Wochenende.
„Wir können auf viele Erfolge zurückblicken, aber eines ist auch bei unserer Festveranstaltung deutlich geworden, es bleibt viel zu tun”, so Kristy Augustin. Die Frauen Union kümmere sich als Vereinigung der CDU um Politik für Frauen von Frauen. Was aber fehle, ist ein stärkerer Fokus der Partei auf die Teilhabe von Frauen. „Wir brauchen mehr Frauen in politischer Verantwortung und hierbei sind alle in der CDU aufgefordert, einen Beitrag zu leisten”, appelliert die Landtagsabgeordnete der CDU. Hierbei spricht sie besonders die Unterstützung von Nachwuchspolitikerinnen, die Vereinbarkeit von Familie und politischem Engagement oder Benennung von Frauen in Schlüsselpositionen an. Es gebe viele Ideen und Anstöße, mit denen die politische Teilhabe der Frauen gestärkt werden könne. Kristy Augustin: „Ich bin froh, dass wir mit unserer Resolution auch ein deutliches Signal in die Partei geben. Jetzt heißt es auch für uns als Landesverbände diese Anstöße aufzunehmen und vor Ort umzusetzen“.
Die Frauen Union der CDU Deutschlands setzt in ihrem Jubiläumsjahr einen Schwerpunkt darauf, den Anteil von Frauen in politischen Ämtern und Mandaten deutlich und nachhaltig zu erhöhen. Das Ziel der gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern in der Gesellschaft müsse in dem neuen CDU Grundsatzprogramm verankert sein. Dazu erwarten die Frauen von der Partei, entsprechende Konzepte, Forderungen und konkrete Zielgrößen zur Umsetzung zu formulieren. Weiterhin schreiben sie: „Den Deutschen Bundestag fordern wir auf, im Zuge der für diese Wahlperiode vorgesehenen Wahlrechtsreform geeignete Maßnahmen, auch mögliche gesetzliche Regelungen, zu beschließen, um die vollständige Gleichberechtigung von Frauen in politischen Ämtern und Mandaten zu erreichen. Lösungen anderer Länder, wie etwa das Paritätsgesetz in Frankreich und die Durchsetzung mittels der Wahlkampfkostenerstattung, müssen in die Überlegungen einbezogen werden”.
Die Frauen-Organisation der CDU konstatiert, dass der Frauenanteil der Partei in den meisten Parlamenten unter dem Durchschnitt liegt. Auch in Bezug auf die Wahrnehmung von Parteiämtern sehen sie deutlichen Nachholbedarf. Beides erweist sich in einer diversifizierten Gesellschaft zunehmend als Nachteil und schade der Partei als Ganzes. Es heißt: „Wollen wir als Volkspartei auch in Zukunft attraktiv und mehrheitsfähig bleiben, ist es dringend geboten, einen deutlichen Umschwung zu erreichen”.
Ziel der gesamten Partei müsse es sein, den jeweiligen Frauenanteil nicht nur festzuhalten, sondern Maßnahmen zu dessen Erhöhung zu ergreifen und sich hierbei konkrete und messbare Ziele zu setzen. Hierzu zähle, Frauen in der Mitgliederwerbung spezifisch anzusprechen und die Arbeitsweise der Gremien auf den Prüfstand zu stellen. Das in der Satzung niedergelegte Frauenquorum brauche mehr Verbindlichkeit: Das Frauenquorum müsse künftig Vorrang vor anderen in den Satzungen und Verfahrensordnungen der Partei festgelegten oder praktizierten Quoten haben. „Unser Anspruch ist, dass Listen der CDU verbindlich zur Hälfte mit Frauen besetzt und die Kandidatinnen gleichermaßen auf den vorderen wie mittleren und hinteren Listenplätzen platziert werden. Politische Teilhabe von Frauen und Männern ist Aufgabe der gesamten Partei. Deshalb muss die CDU insgesamt Frauen gewinnen, zur Kandidatur motivieren, aufstellen und so eine offensive Personalentwicklung betreiben. Dies gilt gleichermaßen im Hinblick auf (Direkt-) Mandate und Parteiämter”, formulieren die Frauen in ihrer Resolution.
Der Koalitionsvertrag für die 19. Legislaturperiode des Deutschen Bundestages sieht die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern im öffentlichen Dienst des Bundes bis 2025 vor. Von der Union geführte Ministerien müssten hier nach Ansicht der Frauen Union mit gutem Beispiel vorangehen und so Vorbild auch für andere sein. Frauen in Führungspositionen müssten überall selbstverständlich sein. Dies gelte besonders für die CDU als Arbeitgeberin.