Ostbrandenburg (geh). Einen Rückgang an Zoll-Kontrollen auf Baustellen in der Region beklagen die Leute der IG Bau.

Insgesamt 46 Prozent weniger Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, beispielsweise auf Baustellen,  wurden voriges Jahr auf Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung überprüft als 2014. Astrid Gehrke von der IG Bau Oderland beruft sich dabei auf Zahlen aus dem Bundesfinanzministerium. Verantwortlich für die zu geringe Zahl zeichne ein eklatanter Personalmangel, so die Gewerkschafterin. Sie nennt das ein „Kontroll-Dilemma”.
„Die Beamten leisten eine gute und wichtige Arbeit. Aber dem Zoll fehlt es einfach an Manpower, um die Baustellen intensiv zu überwachen”, meint Gehrke.
Das wollte Nadja Severin vom Frankfurter Hauptzollamt so nicht bestätigen. Sie teilte auf Anfrage mit: „Entscheidend für die Schwarzarbeitsbekämpfung ist nicht die Zahl der Prüfungen und Personenbefragungen, sondern vielmehr, in besonders von Schwarzarbeit betroffenen Bereichen zu prüfen und große Betrugsfälle aufzudecken”.
Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) habe daher schon im Jahr 2015 damit begonnen, die Arbeit neu auszurichten und einen Fokus auf die Verfolgung organisierter Formen der Schwarzarbeit gelegt. „Im Fokus der Aufgabenwahrnehmung steht die risikoorientierte Auswahl bei Prüfungen verbunden mit der Ahndung entsprechender Verstöße. Ziel ist nicht die Maximierung der Anzahl der Kontrollen, sondern möglichst in besonders von Schwarzarbeit betroffenen Bereichen zu prüfen und die großen Betrugsfälle aufzudecken”, so Nadja Severin.
Auch die Prüfungen der Mindestlohnpflichten würden dabei einen hohen zeitlichen Aufwand erfordern. Severin: „Je umfangreicher sich einzelne Prüfungen gestalten, desto weniger Prüfungen können in Summe durchgeführt werden.”