Ostbrandenburg (eb/geh). Vorige Woche wurde die erste barrierefreie Straßenbahn vom Typ Artic von Infrastrukturministerin Kathrin Schneider offiziell in den Fahrgastbetrieb der Linie 88 der Schöneicher-Rüdersdorfer Straßenbahn (SRS) übergeben.

Für die allerersten Fahrgäste gab es dabei eine kleine Überraschung: Ministerin Kathrin Schneider und SRS-Geschäftsführer Detlef Bröcker verteilten Kuchen. Nach der offiziellen Übergabe der Betriebserlaubnis auf dem Betriebshof der SRS startete die erste Fahrt mit Publikum. Damit war das Fahrzeug für die öffentliche Nutzung freigegeben.
Die SRS kann mit der Anschaffung der zwei Fahrzeuge vom Typ Artic des finnischen Herstellers Skoda Transtech die heute noch zum Einsatz kommenden DÜWAG-Fahrzeuge aus den 1970er Jahren ersetzen. Zusammen mit den teilweise niederflurigen Bestandsfahrzeugen vom Typ KTNF6 können damit alle Fahrten auf der Linie 88 barrierefrei durchgeführt werden. Entsprechend der Tradition der SRS handelt es sich auch bei den Artic-Trams um Gebrauchtfahrzeuge, die 2013 als Prototypen dieser Serie von den Verkehrsbetrieben in Helsinki beschafft wurden und seitdem dort zuverlässig im Einsatz waren. Es handelt sich um 100-prozentige Niederflurfahrzeuge, die einen barrierefreien Ein- und Ausstieg ermöglichen.
Für die Zulassung der Artic-Tram bei der SRS bedurfte es umfangreicher Testfahrten auf der Linie 88 zwischen dem S-Bahnhof Friedrichshagen und Rüdersdorf, die das Fahrzeug 402 seit August 2018 erfolgreich absolviert hat. Die Lieferung des zweiten Wagens 401 folgt voraussichtlich im Januar. Da die Artic-Tram auf vier Drehgestellen läuft, zeichnen sich die Fahrzeuge durch eine hohe Laufruhe aus. Außerdem bieten sie einen geräumigen Fahrgastraum. Die Anzahl der Sitzplätze erhöht sich gegenüber den alten Fahrzeugen um 35 auf 87. Insgesamt investiert die SRS hierfür etwa 3,7 Millionen Euro. Die Landkreise Oder-Spree und Märkisch-Oderland fördern die Anschaffung mit jeweils 42,5 Prozent aus zweckgebundenen Mitteln des ÖPNV-Gesetzes.
Ministerin Kathrin Schneider: „Wir wollen die Barrierefreiheit von Straßenbahnen und O-Bussen erhöhen. Dafür stellen wir den Aufgabenträgern für Umrüstung und Erwerb neuer Fahrzeuge in den Jahren 2017 bis 2022 zusätzlich 37 Millionen Euro zur Verfügung.”
Detlef Bröcker: „Wir sind sicher, dass wir mit den beiden neuen Artic-Fahrzeugen unseren Fahrgästen eine neue Reisequalität auf der Linie 88 anbieten können. Barrierefreiheit, ob nun für Kinderwagen, Rollstuhl- oder Fahrradfahrer, ist einfach ein wichtiger Faktor pro ÖPNV.” Mit dem Bevölkerungswachstum der vergangenen Jahre habe sich auch das Potenzial der Pendlerinnen und Pendler, die aus den Gemeinden Schöneiche und Rüdersdorf nach Berlin fahren möchten, erhöht.