Seelow (kel/geh). Ein Bild wollte sich Dr. Doris Lemmermeier, die Integrationsbeauftragte des Landes Brandenburg von der Situation der Flüchtlinge im Landkreis machen.

Der ehrenamtliche Helfer Horst Nachtsheim  kümmert sich in der Gemeinschaftsunterkunft Neuhardenberg um Geflüchtete. Ihre Wohnsituation sei schlecht, Arbeitsmöglichkeiten gäbe es kaum, bedauert der Helfer und tat dies während eines Gesprächs im Landratsamt auch kund. „In den Flüchtlingsunterkünften herrsche Resignation vor”, berichtet der ehrenamtliche Helfer der Integrationsbeauftragten.
Viele Geflüchtete würden ihr mühsam erworbenes Deutsch wieder verlernen, weil sie die Sprache nicht anwenden könnten. Auch Arztbesuche wären kompliziert. „Warum führt der Landkreis MOL nicht die vom Land empfohlene Chipkarte ein?“ fragt Nachtsheim. Auch für Lemmermeier sei die Haltung im Landratsamt „nicht nachvollziehbar“.
Ehrenamtler Karl-Heinz Doherr aus Strausberg kritisiert die fehlende Unterstützung der Betreibenden von Gemeinschaftsunterkünften. Sie stellten ihm häufig für Spielabende oder Gesangsveranstaltungen keine Räume zur Verfügung. Doherr und Nachtsheim bemängeln die Arbeit in der Ausländerbehörde von Märkisch-Oderland. Dort werde Integration verhindert. Trotzdem oder gerade deshalb will der 75-Jährige für Flüchtlinge da sein. Motivation seien seine christliche Prägung und eigene Fluchterlebnisse.
Die Integrationsbeauftragte notierte sich die vorgetragenen Kritiken. Für einige wäre der Bund zuständig. Bis zur Wahl im kommenden Jahr würde sich jedoch kaum etwas an der Politik ändern, befürchtet Lemmermeier. Hinzu komme, dass einige Einrichtungen schon nicht mehr ausgelastet sind und deshalb ein Wetteifern um Flüchtlinge eingetreten sei.
„Trotz berechtigter Kritik befinden wir uns auf einem guten Weg“, erklärte Lemmermeier abschließend. Sie bedankte sich bei den Ehrenamtlichen für ihre „wichtige Arbeit“. In Zukunft soll es für jede Initiative 2.500 Euro pro Jahr geben. Der Zweijahreshaushalt des Landes enthalte 200.000 Euro für Flüchtlingshilfe und 80.000 für Weiterbildungen.