Frankfurt/Oder (kel). „Sensenfrau“, heißt Kristina Schuldts neuestes Werk. Es hängt auf der sehenswerten Ausstellung „melting days“ im PackHof.

Eine Frau rupft in gebückter Haltung Unkraut aus dem Boden. Sie ist halb Mensch halb Maschine. Auf dem Boden liegt eine Sense. Das Bild ist typisch für die 1982 in Moskau geborene Künstlerin. Es ist skulpturenhaft und besitzt vereinfachte geometrische Formen. Die Art erinnert an russische Konstruktivisten, aber auch an Pablo Picasso oder Max Beckmann. „Ich habe unendlich viele Vorbilder“, gestand die Künstlerin. Ihre wichtigsten Lehrer an der Hochschule für Grafik- und Buchkunst, wo sie von 2002 bis 2012 studierte, waren Professor Sieghard Gille und Professor Neo Rauch. Von Rauch übernahm sie das Erzählen von Geschichten aus dem persönlichen Erleben. So erwarb Schuldt kürzlich einen Garten und musste dort wie die Sensenfrau Unkraut jäten. Außerdem las sie in einer Zeitung vom Wettbewerb im Sensenmähen für Frauen.
Fast alle in Frankfurt ausgestellten Bilder entstanden in den letzten drei Jahren. Sie sind meist großformatig und mit Öl und Eitempera gemalt. „Ich fühle mich sehr geehrt, dass ich in Frankfurt ausstellen darf“, gestand die Künstlerin.
Eingeladen wurde sie vom stellvertretenden Direktor des Museums Junge Kunst, Armin Hauer. Er kuratierte zusammen mit der Künstlerin die Ausstellung. In ihren Bildern kann „das Sichtbare von jedem so oder so weiter gesponnen werden“, so Hauer. Im Bild „Verwandlung“ verwandelt sich der Mensch in eine Maschine. Die elektronischen Medien beherrschen unseren Alltag. Smartphones werden sogar vergoldet. Im Bild „Swipe“ hält eine Figur ein goldenes iPhone in der Hand.
Schuldts außergewöhnliche Werke können noch bis 2. Oktober 2016 im PackHof angeschaut werden.